The Length of Japan: Chugoku

Tag 7 – 18.04.2017
Shimonoseki – Hagi
97,4 km – 977 hm
Wetter: 14-23°C, heiter bis sonnig

Am frühen Morgen hat es dann auch tatsächlich aufgehört zu regnen und ich konnte morgens noch auf die Terrasse des Hostels und mir von dort aus die Meerenge zwischen Honshu und Kyushu angucken.

Straits of Shimonoseki

Der starke Regen hat auch dafür gesorgt, dass mein am Vortag noch völlig verdrecktes Rad wieder völlig sauber war. Nur die Kette musste ich ein wenig nachölen und dann konnte es weiter gehen ins Innere des westlichen Teils von Honshu. Es wurde naturgemäß etwas bergiger, aber alles gut im Rahmen. Nach einer Weile Fahrt landete ich schließlich an den Akiyoshi-Höhle, einer sehr großen Tropfsteinhöhle (außerdem die größte Höhle Japans). In dieser kann man ein etwa einen Kilometer langes Stück besichtigen, was ich dann auch getan habe.

Akiyoshi Cave

Akiyoshi Cave

Kurz nach der Höhle ging es dann etwas steiler nach oben in den über der Höhle gelegenen Nationalpark mit seiner schönen Landschaft.

Akiyoshidai Quasi-National Park

Akiyoshidai Quasi-National Park

Akiyoshidai Quasi-National Park

Am Ende des Nationalparks ging es nochmal runter. Da ich noch ein Stück von der Nordküste entfernt war, hieß das, dass es auch wieder rauf ging. Das war aber wieder ganz angenehm zu fahren. Es ging schließlich längere Zeit über eine meist sehr schmale Bergstraße an kleinen bewohnten Tälern vorbei durch eine schöne bewaldete Landschaft. Etwas später ging diese Straße dann in eine längere Abfahrt über. Eine wirklich sehr sehr schöne Strecke.

Route 490

Am Ende der Strecke landete ich dann am Meer in Hagi. Die Stadt hat einen weitgehend erhaltenen historischen Stadtkern, eine absolute Seltenheit in Japan. Nach einer kurzen Runde durchs Zentrum besichtigte ich dort noch eine alte Samurai-Residenz bevor ich mich zum (übrigens sehr guten) Hostel aufmachte.

Kikuya Residence

Kikuya Residence

Hagi Castle Town

Tag 8 – 19.04.2017
Hagi – Tsuwano
58,0 km – 811 hm
Wetter: 16-20°C, sonnig

Am Ortsrand von Hagi ging es am Morgen erstmal zu einer zu einem Shinto-Schrein gehörigen Akademie. Diese spielte eine große Rolle bei Meiji-Restauration und wurde daher auch in die UNESCO-Welterbeliste aufegenmmen.

Shokasonjuku Academy

Shokasonjuku Academy

Shokasonjuku Academy

Ein kleines Stück weiter besichtigte ich dann noch einen schönen buddhistischen Tempel.

Toko-ji

Toko-ji

Im weiteren Tagesverlauf ging es dann durch die Bergwelt West-Honshus.

Western Honshu Mountains

Tsuwano Valley

Schließlich landete ich in Tsuwano und guckte mir dort den Schrein über dem Ort an. Hinauf ging es über eine ganze Menge Treppenstufen. Wenn ich gewollt hätte, hätte ich aber auch auf der anderen Seite mit dem Fahrrad hochfahren können. Wollte ich aber nicht.

Taikodani-inari-jinja

Taikodani-inari-jinja

Taikodani-inari-jinja

Für den weiteren Streckenverlauf gab es für längere Zeit keine Unterkunftsmöglichkeiten und die wenigen Campingplätze waren alle hoch am Berg. Nach den wenig ansprechenden Campingplätzen bisher hatte ich da aber auch keine Lust drauf und nochmal mehrere hundert extra bergauf musste auch nicht sein. Daher mietete ich mich schon relativ früh am Tag in einen Minshuku ein. Das entspricht so grob einer Pension bei uns. Diese war traditionell eingerichtet, also mit Tatami-Matten auf dem Fußboden. Leicht abgewohnt war sie auch, aber noch in Ordnung (und auch günstig).

Tag 9 – 20.04.2017
Tsuwano – Miyajimaguchi
129,5 km – 843 hm
Wetter: 10-19°C, wolkig

Zunächst ging es für etliche Kilometer sanft bergauf durch Berglandschaft.

through the mountains

Nach einer Abfahrt folgte dann noch eine nicht ganz so lange, ebenfalls recht sanfte Gegensteigung. In den Abfahrten gab es allerdings die in Japan an solchen Stellen recht häufigen Längsrillen, die das Fahren dort unangenehm und auch gefährlich machen.

Mountain Road Surface

Nach rund hundert Kilometern war ich dann schließlich am Tageshauptziel angelangt, in Iwakuni. Dort ging es erstmal über die berühmte Kintai-kyo (Brokatschärpenbrücke) in die Burgstadt.

Kintai-kyo

Kintai-kyo

Iwakuni Castle Town

Ich bin auch mit der Seilbahn hoch in die Burg gefahren. Die Besichtigung der Burg stellte sich aber als langweilig und uninteressant heraus.

Iwakuni Castle

Da noch genug Zeit war, entschied ich, noch weiter bis Miyajima zu fahren. Dabei ging es das erste Mal seit Tagen wieder durch dickeren Verkehr. Das Hostel gegenüber der Insel Miyajima (Jima = Insel) war dann das erste stärker gefüllte. Die bisherigen waren ja alle leer bzw. fast leer. Aber Miyajima ist ja auch eine der berühmtesten Punkte in Japan. Im Hostel waren Gäste aus aller Welt und die Atmosphäre war auch sehr nett dort.

Tag 10 – 21.04.2017
Miyajimaguchi – Hiroshima
23,4 km – 114 hm
Wetter: ?-21°C, heiter bis sonnig


(Die Karte enthält auch die Fährüberfahrten und die zu Fuß zurückgelegten Strecken)

Morgens sollte es erstmal rüber auf die Insel mit ihrem berühmten Schrein gehen. Mein Gepäck konnte ich im Hostel lassen und die Fähre war nur wenige Meter vom Hostel entfernt. Das Fahrrad blieb als auch erstmal stehen. Vor dem Besteigen der Fähre deckte ich mich noch mit Proviant für den Tag ein. Die von mir (bewusst) gewählte Fähre macht auf ihrem kurzen Weg zur Insel einen Schlenker am Schrein vorbei.

Miyajima

Anschließend ging es am Strand entlang zum Schrein.

on the beach

Unterwegs gab es schon diverse der dort lebenden, wilden Sikahirsche inmitten der Touristenströme.

Cervus nippon

Ein Bild vom berühmten Tori musste natürlich auch sein. Dort habe ich auch ausnahmsweise mal das Angebot eines anderen Besuchers angenommen, mich vorm Tori fotografieren zu lassen. Bin ja sonst nicht so der Selfie-Typ.

Itsukushima-jinja

Natürlich habe ich auch den eigentlichen Schrein besichtigt.

Itsukushima-jinja

Itsukushima-jinja

Itsukushima-jinja

Es gibt neben der Hauptattraktion aber auch noch einiges anderes schönes und interessantes auf der Insel zu sehen. Daher machte ich dann erstmal auf zur Seilbahn, um auf den höchsten Berg der Insel zu kommen.

Miyajima

Auf dem Weg war vor und nach der Seilbahn aber auch noch einiges an Aufstieg zu Fuß zu bewältigen. Am Berg gibt es einen kleinen buddhistischen Tempel und ganz oben eine nette Aussicht.

Summit of Misen

Wieder unten im Ort bescihtigte ich auch noch einen sehr schönen buddhistischen Tempel.

Daisho-in

Daisho-in

Daisho-in

Im Ort guckte ich mich dann anschließend noch etwas um, unter anderem in der doch sehr touristischen Einkaufsstraße. Nach den ganzen Besichtigungen auf der kleinen Insel war dann auch schon Nachmittag. Ich fuhr also wieder mit der Fähre rüber ans Festland, bepackte am Hostel mein Fahrrad und fuhr dann das recht kurze Stück bis nach Hiroshima. Der Verkehr war natürlich wieder recht dicht, aber es gibt ja fast immer einen ausreichend breiten Seitenstreifen. In Hiroshima sind die Radfahrer allerdings recht anarchistisch unterwegs. Die kommen einem auch mal auf dem Seitenstreifen entgegen.

Tag 11 – 21.04.2017
Hiroshima – Norogawa Dam
43,8 km – 695 hm
Wetter: 18-26°C, heiter bis sonnig

In Hiroshima ging es natürlich erstmal zum Atombombendom, der nur wenige Meter vom Hypozentrum der Atombombenexplosion entfernten ehemaligen Handelskammer.

Atomic Bomb Dome

Anschließend stellte ich mein Rad ab und ging in den auf der anderen Flussseite gelegenen Friedenspark.

Peace Bell

Children's Peace Monument

Memorial Cenotaph

Am Ende des Friedensparks steht das Friedensmuseum. Zurzeit wird ein Teil renoviert. Drinnen war eine ziemlich bedrückende Stimmung. Alle waren sehr ruhig dort.

Hiroshima Peace Memorial Museum

Hiroshima Peace Memorial Museum

Hiroshima Peace Memorial Museum

Zum Fahrrad zurück ging es nochmal durch den Friedenspark. Anschließend fuhr ich zum Shukkei-en, einer alten Gartenanlage, die nach dem Krieg in ihrer ursprünglichen Form wieder hergestellt wurde. Dort war es sehr schön.

Shukkei-en

Shukkei-en

Shukkei-en

Auf dem Weg raus aus der Stadt fuhr ich dann noch an der Burg vorbei.

Hiroshima Castle

Am Stadtrand ging es dann von der Ebene wieder in die Berge rein, zunächst über eine steile, schmale und sehr stark befahrene Straße. Aber Alternativen dazu gab es auch nicht. Schön zu fahren war es nicht und Platz für die nötigen Pausen war auch eher rar. Später wurde es aber angenehmer. Schließlich fuhr ich auf einen Campingplatz in einem kleinen Tal. Es gab mal wieder keine Dusche und nur kaltes Wasser. Aber streckentechnisch gab es halt nichts passenderes. Für eine Nacht geht das auch mal.