The Length of Japan: Planung und Anreise

Dauer: 33 Tage
Zeitraum: 12.04.2017-14.05.2017
Entfernung: 2031 km
Bereiste Länder: Japan

Es gibt auch wieder ein Web-Album mit zusätzlichen, nicht hier im Bericht eingefügten Fotos. Zu finden ist es hier.

Die Planung
Ostasien und dort insbesondere Japan standen schon lange auf der Wunschliste der Länder, die ich unbedingt mal bereisen möchte. Und durch den Unfall vom letzten Jahr hatte ich nun auch ganz sicher genug Geld auf dem Konto, um das auch umzusetzen. Nach etwas Recherche legte ich mich auf das späte Frühjahr fest, da das Wetter in Japan dann stabil gut und ausreichend warm ist. Einschränkend kommt noch hinzu, dass ich auf Grund meiner Ehrenämter meinen Urlaub in erster Linie in die Schulferien legen muss. Nach ein paar Absprachen mit meinen Kolleginnen und Kollegen sowie meiner Vorgesetzten, konnte ich dann auch einen ausreichend langen Zeitraum über die Osterferien meinen Urlaub sichern.
Die grobe Idee war schon länger klar: Ich würde überwiegend dem Track „Length of Japan“ vom Japan Cycling Navigator folgen. Dieser führt an den interessantesten Sehenswürdigkeiten vorbei. Nur die japanischen Alpen würde ich um die Jahreszeit schneebedingt nicht bereisen können, so dass ich dort die südlichere Alternative wählen musste. Nach einigem Studium von Reiseführern usw. habe ich dann die Hauptprioritäten gesetzt und hier und da die Strecke noch etwas verändert. Vor allem zwischen dem Fuji und Tokyo wollte ich eine andere Route fahren. Außerdem passte zeitlich noch eine kleine Verlängerung der Strecke rein, so dass ich nach etwas Suchen und Überlegen den Startort auf Kyushu etwas nach Südwesten verlagerte in die Stadt Kumamoto. Für die zusätzlichen Strecken suchte ich mir ein paar passende Routen bei GPSies zusammen.

Mit ein paar Alternativen, die ich zur Sicherheit auch noch geplant hatte, sah die vorgesehene Route dann so aus:

Nachdem das abgeschlossen war konnte ich dann auch meine Flüge buchen. Nach den Berichten, die man im Netz zum Fahrradtransport im Flugzeug lesen kann, lag meine Präferenz klar auf der Lufthansa. Bei der muss man das Rad nämlich nicht aufwendig für den Flug verpacken und teildemontieren. Darauf hatte ich insbesondere für den Rückflug keine Lust. Da sie dann auch eines der günstigsten Angebote auf der Strecke boten, wurde es dann am Ende auch tatsächlich die Lufthansa.

Tag 1 – 12.04.2017
Die Anreise
Luftibus-Transfer Oldenburg – Bremen
Flug LH2111 Bremen – München
Flug LH714 München – Tokyo-Haneda

Am späten Vormittag lies ich mich vom Luftibus zum Flughafen in Bremen bringen. Dort ging es mittags dann weiter nach München und von dort ging dann am Nachmittag der eigentliche Hauptflug nach Tokyo. Der Flug ging dann über Nacht und hauptsächlich über Sibirien. Nach Japan sind übrigens netterweise in allen Klassen grundsätzlich zwei Gepäckstücke erlaubt, so dass ich für das Fahrrad keine Extragebühr zahlen musste.

Tag 2 – 13.04.2017
Weiterhin Anreise
Flug NH645 Tokyo-Haneda – Kumamoto

In Japan muss man, wenn man aus dem Ausland einfliegt, immer am ersten Flughafen sein Gepäck in Empfang nehmen und durch den Zoll bringen. Das ist auch so, wenn man einen Anschlussflug innerhalb Japans hat. Da muss man dann nach dem Zoll sein Gepäck für den Inlandsflug wieder einchecken. Dies traf bei mir ja auch zu. Das ging aber alles reibungslos und auch relativ schnell. Das Gepäck konnte ich noch im internationalen Terminal einchecken und danach hatte ich dann genug Zeit, um mit dem Transferbus zum nationalen zu gelangen. Bevor ich rüberfuhr, habe ich mir aber noch eine Daten-SIM für Japan gekauft. Diese machen die Handynutzung unterwegs erheblich günstiger als beim Roaming und sind auch sonst recht erschwinglich.

A340

Kumamoto-Flughafen – Kumamoto-Stadt
19,5 km – 47 hm
Wetter: 18-22°C, heiter

Der Flug nach Kumamoto hatte ordentlich Verspätung und am Flughafen musste ich dann mein Fahrrad noch ein wenig zurechtmachen. Dadurch war es dann schon fast 18.00 Uhr, als ich am Flughafen losgefahren bin. Die von mir selbst geplante Strecke in die Stadt erwies sich als recht gut fahrbar. Wegen des sehr ungewohnten Linksverkehrs musste ich etwas vorsichtiger und umsichtiger als normal fahren. Was aber nicht so schön war, waren die extrem vielen Ampeln, die mich, da ich Nebenstraßen fuhr, praktisch an jeder Kreuzung ausbremsten.
Während der Fahrt brach dann die Dunkelheit über Kumamoto herein. Unterwegs deckte ich mich noch an einem Supermarkt mit etwas Verpflegung für den Abend und das kommende Frühstück ein. Das gestaltete sich ein wenig einfacher, als befürchtet. Das Angebot gab eigentlich alles her, was ich sonst so auf Radreise zu mir nehme und auf den Packungen sind auch genug Bilder, damit man so ungefähr weiß, was drin ist. Außerdem steht auch oft ein wenig in lateinischer Schrift drauf.
Gegen 19.30 Uhr war ich dann am bereits von zuhause gebuchten Hostel und wurde dort sehr herzlich in Empfang genommen. Das Hostel ist in einem traditionellen japanischen Haus und alle Zimmer sind mit Tatamimatten ausgelegt. Daher war dort auf einem klassischen Futon Schlafen angesagt. Beim Abendessen im Gemeinschaftsraum ergaben sich dann noch nette Gespräche mit dem Betreiber des Hostels und ein wenig auch mit anderen Gästen.