vom Atlantik nach Basel – meist über den EV6: Bretagne, Anjou

Tag 3 – 23.08.2014
Saint-Brevin-les-Pins – La Varenne
89,6 km, 488 hm

Am dritten Tag der Reise geht es zunächst im Zickzack quer durch die platte Agrarlandschaft. Im Hinterland hört der Tourismus hier auch sehr schnell auf. In Paimbœuf sehe ich dann zum ersten Mal wieder die Loire. Ich kaufe hier auch noch etwas ein, bevor es weitergeht. Die Loire bekam ich auf den nächsten Kilometern erstmal nicht mehr zu Gesicht. Dafür geht es an einem schnurgeraden Kanal entlang. Das war im Prinzip schon ein kleiner Vorgeschmack auf die nächsten Tage, die Loire bekommt man nämlich oft nicht zu Gesicht, selbst wenn man ihr entlangfährt. Kurz vor Le Pellerin gibt es dann auch das erste Drängelgitter und im Ort die einzige Fährüberfahrt der ganzen Tour.

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Kurze Zeit später erreichte ich dann Nantes. Eine wirklich schöne Stadt mit vielen Jugendstilgebäuden. Das Schloss habe ich dann aber nicht besucht. Rückblickend ist das schon etwas merkwürdig, aber naja.

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Da es noch früh genug war, bin ich dann noch weiter gefahren bis zu einem kleinen Camping municipaux in La Varenne. Bei der Ankunft war ich dort die einzige Person. Ist ja schon etwas merkwürdig, wenn man so komplett alleine auf einem Campingplatz ist. Aber etwas später sollte laut Aushang auch Personal da auftauchen. Also baute ich schon mal mein Zelt auf. Es kam das besagte Personal dann auch tatsächlich und später auch noch zwei Mal zwei andere Gäste.

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Tag 4 – 24.08.2014
La Varenne – Angers
86,5 km, 714 hm

Heute gab es nach ein paar Kilometern den ersten kurzen Abstecher von der Hauptroute La Loire à vélo. Es ging hinauf nach Champtoceau. Dort konnte ich dann die herrliche Aussicht auf das Tal der Loire genießen. Dafür lohnte sich doch die Anstrengung des rund 1,2 km langen Aufstieges. Durch Ancenis bin ich danach so durchgefahren, der Ort war doch ziemlich uninteressant. In Saint-Florent-le-Vieil habe ich mich dann aber wieder an Anstieg gemacht, allerdings innerorts, deutlich steiler und etwas kürzer. Aber auch hier hat sich das gelohnt. Der Ort ist echt nett und die Aussicht auch wieder schön.

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Im weiteren Verlauf des Tages ging es nicht mehr so hoch hinaus. Aber es war schön zu fahren und mit ein paar netten Ortschaften am Fluss. Auf der größten Insel der Loire habe ich mir auf Grund des Hinweises im Bikeline dann noch das Café Lenin angeguckt. Das hat sich aber nicht so richtig gelohnt. Aber immerhin war das noch mal eine gute Gelegenheit zum Pause machen. Draußen darf man bei denen nämlich seinen eigenen Sachen verzehren.

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Abends bin ich dann schließlich am netten Campingplatz am Lac du Maine kurz vor Angers gelandet. Da gab es auch eine Campingwiese und Tische, Stühle und Sonnenschirme, alles keine Selbstverständlichkeit in Frankreich. Außerdem bin ich dort auch endlich mal abends anderen Reiseradlern begegnet. Wobei die Verständigung nicht so ganz einfach war. Entweder sprachen sie kein Englisch (Frau in meinem Alter mit Kind) oder nur schlecht (junger Mann). Mein Französisch reicht halt nur zum Einkaufen und fürs Restaurant und nicht für richtige Gespräche.

Tag 5 – 25.08.2014
Angers – Montsoreau
86,9 km, 864 hm

Am Morgen ging es zum nahegelegenen Hypermarché um mich mit Proviant für den Tag einzudecken. Ich bin ja große Supermärkte gewohnt, aber in so einem riesigen war ich noch nie vorher und die Orientierung hat erstmal ein wenig gedauert. Danach bin ich dann auf dem schönen Radweg entlang der Maine (ja, ich war nicht an der Loire) nach Angers rein und dort ein paar wenige Meter hinauf zu meiner ersten Schlossbesichtigung auf der Tour. Das war richtig interessant und ich mir da natürlich auch die Apokalypse angeguckt (ein Zyklus von Wandteppichen).

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Der Rest des Ortes hat allerdings nicht mehr viel Interessantes hergegeben, so dass ich dann auch bald weitergefahren bin. Die Strecke südöstlich raus aus Angers war dann super schön. Es ging durch alte Basaltsteinbrüche. Das habe ich so sehr genossen, dass ich nicht mal ein Foto gemacht habe. Auf dem Weg zurück zur Loire gab es dann noch eine nette Seilfähre zum selber ziehen. An der hatten sich noch einige andere Radler versammelt, u. a. Italiener und Briten.

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Schließlich bin ich dann irgendwann in Saumur gelandet, der Partnerstadt von Verden (Aller), wo ich zur Schule gegangen bin und ebenfalls eine Reiterstadt. Letzteres führt dazu, dass man kurz vor der Stadt nochmal so richtig einen recht steilen Hügel hochgejagt wird, um am staatlichen Gestüt vorbei zu fahren (was mich nicht wirklich interessiert). Saumur an sich war ganz in Ordnung, aber doch sehr auf den Autoverkehr ausgerichtet. Das Schloss war auch entgegen der Angaben in meinem Reiseführer geöffnet trotz der Restaurierungsarbeiten. Da ich aber keine Lust hatte, eine Baustelle zu besichtigen, bin ich dann aber ohne weiter.

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Hinter Saumur gab es dann noch ein echtes Highlight, was allerdings mit etlichen Höhenmetern erkauft werden wollte: Souzay-Champigny. Dort führt man direkt durch die in den Fels gehauenen Tuffsteinhöhlen (übrigens ‚Heimat‘ der Champignons de Paris) und kann die auch hier und da noch weiter besichtigen. Teilweise sind die auch noch bewohnt.Auf den Bildern ließ sich das leider nicht so richtig einfangen, aber das war wirklich sehr schön dort.

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