Ostalpen-Nordostitalien-Tour: Friaul-Julisch-Venetien

Tag 13 – 05.07.2016
Villach – Gemona del Friuli
101 km – 547 hm
Tageshöchsttemperatur: 31°C

Schon bei der Planung war klar gewesen, dass diese Etappe über 100 km haben würde, da es zwischen Villach und Gemona keinen Campingplatz gibt. Nach den Erfahrungen der letzten Tage und mit Blick auf das Streckenprofil (am Anfang leicht ansteigend und dann kontant bergab) machte ich mich aber optimistisch auf den Weg. Außerdem freute ich mich auf Italien und die Sonne lachte auch schon am Morgen kräftig vom Himmel. Nach rund zwei Stunden fahrt hieß es dann für mich „Servus Austria“.

auf Wiedersehen

Italia

Gleich hinter der Grenze wurde die Landschaft auch gleich schöner als in Kärnten und mich erwartete ein unfassbar guter Radweg auf meinem Weg durch die Julischen Alpen.

die julischen Alpen

Radweg

Der Weg führt über die ehemalige Pontebba-Kleinbahn und es dauerte nicht lange bis ich in Tarvisio war. Der Ort ist ganz nett, mehr aber auch nicht.

typischer Radwegweiser in Italien

Tarviser Hauptplatz

Unterwegs ging es über zahlreiche Brücken und Viadukte der alten Bahnlinie und auch durch etliche Tunnel. Dabei kam ich immer wieder an ehemaligen Bahnhöfen vorbei während ich den tollen Radweg und die schöne Landschaft genoss.

Bahnhofsgebäude Ugovizza

Rastplatz-Brücke-Tunnel

Torrente Dogna

ehemalige Eisenbahnbrücke

Im ehemaligen Bahnhof von Chiusaforte gönnte ich mir dann den ersten Kaffee in Italien.

Bahnhof Chiusaforte

erster Caffè Latte in Italien

Kurz vor Venzone endet der Radweg vorerst und ich musste dementsprechend auf der Fahrbahn weiter fahren. Dank der parallelen Autobahn gibt es aber wenig Verkehr und die Italiener sind sehr rücksichtsvoll gegenüber Radfahrern. Venzone war dann ein sehr schöner Ort mit einem beeindruckenden, sehr alten Dom.

in Venzone

Friedhofskapelle

Chiesa di Sant'Andrea Apostolo

Hinter Venzone wird der Radweg dann wieder separat geführt. Jetzt aber meist auf Schotter und nicht mehr auf Asphalt. Die vorher sehr gute Beschilderung war auch auf einmal sehr lückenhaft oder fast unsichtbar angebracht. Aber zum Glück fahre ich ja per Navi. Schlussendlich landete ich dann in Gemona del Friuli auf dem ganz netten Campingplatz und die Mücken konnten sich wieder an meinem Blut laben (nördlich der Alpen werde ich übrigens kaum von Mücken gestochen).

Tag 14 – 06.07.2016
Gemona del Friuli – Aquileia
112 km – 271 hm
Tageshöchsttemperatur: 35°C

Direkt hinter Gemona del Friuli waren die Alpen dann endgültig zu Ende für mich und es ging in Poebene hinein.

ein letzter Blick auf die Alpen

Die Wege waren nicht immer die besten, aber meist ging es über kleine Nebenstraßen durch kleine Dörfer. Wegen einer etwas merkwürdigen Wegführung im Kreis durch eine kleinere Stadt und die dort etwas lückenhafte Beschilderung handelte ich mir noch etliche extra Kilometer an dem Tag ein.

auch das ist ein Radweg

km 1000

Schließlich landete ich in Udine und guckte mich dort ein wenig um.

Piazza Libertà und Loggia di San Giovanni

Tor

Etwas später landete ich dann in Palmanova. Die Stadt wurde planvoll im Kreis angelegt und stark befestigt.

Piazza Grande

hier geht es zu einem 360°-Panorama der Piazza Grande

am Fiume Terzo

Am Ende des Tages war ich dann in Aquileia angekommen. Bevor ich zum Campingplatz fuhr besichtigte ich aber noch die frühchristliche Basilika …

Basilica patriarcale di Santa Maria Assunta

Basilica patriarcale di Santa Maria Assunta

Mosaik

… und das archäologische Museum.

Rhyton

Öllampe

Tag 15 – 07.07.2016
Aquileia – Lido di Venezia
130,2 km – 144 hm
Tageshöchsttemperatur: 31°C


Bis zur Grenze zur Provinz ging es für mich erstmal über die Staatsstraße. Die war durchaus ordentlich befahren. Aber es gab meist einen Seitenstreifen und die Italiener fahren ja, wie schon erwähnt, recht rücksichtsvoll. Ab der Provinzgrenze ging es dann über kleine Nebenstraßen durch die von Kanälen durchzogene, extrem flache Ebene. Es gab viele Maisfelder zu sehen und die Landschaft ist extrem zersiedelt. Es gab also außer zum Pause machen für mich keinen Grund zum anhalten. Dank des recht kräftigen Rückenwindes kam ich aber zum Glück schnell voran. daher hatte ich schon mittags die 79 km bis Caorle geschafft. Caorle war der erste interessantere Ort des Tages und ich besichtigte den Ortskern sowie den Dom und die kleine Kirche direkt am Meer.

Caorle

Campanile del Duomo di Caorle

Santuario della Madonna dell'Angelo

In Caorle hab ich übrigens zum ersten mal auf der Tour das Meer gesehen. Caorle hatte ich als Mindestziel für den Tag ausgegeben, da dort der erste Campingplatz auf dem Streckenabschnitt ist. Es war aber ja erst Mittag und das Wetter gut. Ich fuhr also weiter. Die Landschaft war weiter ähnlich spannend wie zuvor. Außerdem kam ich noch durch diverse Hotspots des klassischen Massentourismus. Für einen Tag ist das auch mal ganz „interessant“. In Lido di Jesolo war es eigentlich auch ganz nett zu fahren, da der Weg dort über die sehr schattige Haupmeile führt. Nur die etwas teilweise unbeholfenen (Touristen-)Radler störten dort ein wenig. In Lido di Jesolo gab es auch ein paar nette Sandburgen zu sehen.

Sandburg

Das Meer bekam ich den Touristenhochburgen übrigens nicht zu sehen, sondern erst kurz vor Venedig wieder. Bis dahin hatte ich eine Unmenge von Campingplätzen passiert. Ich hatte mir aber in den Kopf gesetzt, noch bis Venedig zu kommen. Übrigens eine Streckenlänge, die ich bisher noch nie gefahren bin.

kurz vorm Ende der Halbinsel

Haus mit Wassergraben

In Punta Sabbioni holte ich mir dann mein schon von zu Hause aus gekauftes und bezahltes Touristenticket für den ÖPNV in Venedig ab. Für das Fahrrad musste ich allerdings noch einen kleinen Betrag extra bezahlen. Von dort aus setzte ich dann schließlich mit dem Vaporetto (ein kleines Boot im Liniendienst, also der ÖPNV in der Lagune) über zum Lido di Venezia über und fuhr das kurze Stück bis zum dortigen Campingplatz. Der Campingplatz dort war echt super. Es gibt auf dem kleinen Platz nur ganz wenige Wohnmobile und Bungalows und dementsprechend viele Zelte. Einkehren tun dort viele Backpacker und auch einige Radfahrer aus ganz Europa. Einen Kanuten habe ich dort auch getroffen. Der Platz ist gut auf dieses Klientel eingerichtet mit Kühlschrank und Ladestation für Handys usw.

Sonnenuntergang über Venedig

Zona militare