Ostalpen-Nordostitalien-Tour: Tirol

Tag 5 – 27.06.2016
Pfunds – Stams
82,0 km – 774 hm
Tageshöchsttemperatur: 23°C

Zunächst einmal ging es weiter durch das Inntal. In Landeck kurbelte ich dann bergauf durch den Ort hinauf zum Schloss. Dieses besichtigte ich dann und das darin befindliche Museum.

Museum Schloss Landeck

Krippe

Im Schloss bemerkte ich, dass an einem Schuh der Cleat sich gelockerte hatte. Ich wollte den eigentlich wieder fest ziehen, wenn ich wieder am Fahrrad bin. Da wurde aber nichts draus, da ich die Schraube kurz davor verlor und nicht wieder fand. Ich fuhr zunächst also mit nur auf einer Seite eingeklinktem Fuß weiter. Ein Fahrradhändler fand sich einen Ort weiter in Zams. Diesen erreichte ich direkt vor deren Mittagspause. Dort war man sehr nett und ersetzte mir die Schraube kostenlos. Danach konnte ich dann endlich wieder normal fahren. Der Innradweg hat in Tirol übrigens eine gute Qualität, es geht überwiegend ganz leicht bergab mit nur ganz wenigen kurzen Anstiegen.

Kronburg

18%-Abfahrt

Am Nachmittag erreichte ich dann das Hauptziel des Tages, das Stift Stams. Dieses kann man nur mit einer Führung besichtigen. Bis zu dieser war aber noch etwas Zeit, so dass ich erstmal den Berg hoch fuhr zum Campingplatz, mich dort schonmal anmeldete und mein Zelt aufstellte. Danach rollte ich dann wieder zum Stift runter und nahm an der Führung teil. Die Führung war ansich recht interessant. Der Mönch, der diese geleitet hat war aber nur eine Vertretung und konnte leider nicht so sehr überzeugen. Im Vergleich waren die im letzten Jahr von mir besuchten Klöster an der Donau auch noch deutlich schöner und interessanter.

kurz vor Beginn der Besichtigungstour

Hochaltar

Zisterzienserstift Stams

Danach ging es dann zurück auf den schön gelegenen Campingplatz. Dort traf ich dann auch zum ersten Mal auf dieser Reise einen anderen Reiseradler an.

CP Stams

Tag 6 – 28.06.2016
Stams – Kaltenbach
105 km – 350 hm
Tageshöchsttemperatur: 28°C

Zunächst ging es weiter auf dem innradweg nach Innsbruck hinein. Dort fuhr ich dann mitten durch den Verkehr und schließlich etwas steiler bergauf. Ich wollte nämlich die Bergiselschanze besichtigen.

Anlaufspur mit Blick auf den Freidhof

Olympisches Feuer

Das Tirolpanorama, welches direkt neben der Schanze ist, hatte leider am Montag zu. Ich schob dann erstmal einen steilen und auch stark genutzten Fußweg hinab und fuhr wieder im Verkehr ins Zentrum von Innsbruck. Das Fahren im Verkehr war dort übrigens sehr stressfrei. Das hatte ich in Österreich auch schon anders erlebt. In Tirol waren die Autofahrer aber allgemein alle ziemlich entspannt unterwegs. In der Innenstadt gab es dann die üblichen touristischen Highlights für mich: das Goldene Dachl, den Dom, die Hofburg und das allgemein schöne Stadtbild mit dem tollen Bergpanorama.

Goldenes Dachl

Dom zu St. Jakob

Alpenpanorama in der Innenatdt von Innsbruck

Danach ging es dann weiter auf dem Innradweg. Dieser führt auch teilweise direkt an der Autobahn entlang. Das lässt sich aber durchaus mal aushalten. Außerdem gab es auch einige schöne Abschnitte. Ich kam direkt an den Swarovsky Kristallwelten vorbei. Auf die hatte ich aber keine Lust, ebenso auf das Silberbergwerk. In Schwaz war die Route dann leider wegen einer Baustelle gesperrt und eine Umleitung nicht ausgeschildert. Ich musste mir also einen alternativen Weg suchen, was mit Hilfe des Navis und von ein paar Einheimischen dann aber einigermaßen gelang. Einen kleinen Verfahrer gab es dabei aber trotzdem, den bemerkte ich aber schnell genug. Da ich recht flott voran kam, fuhr ich auch schon ins Zillertal rein und entschied mich für einen Campingplatz ungefähr in der Mitte. Der Zillertalradweg war auch wieder vorbildlich ausgeschildert und auch von der Routenwahl recht ansprechend. Die Campingplätze sind im Zillertal allerdings alle recht teuer und der, auf dem ich dann war hatte ich abends keine Besetzung im Büro, so dass dann nach einem Telefonat etwas später jemand vorbei kam von der Betreiberfamilie.

Zillertalradweg

Tag 7 – 29.06.2016
Kaltenbach – Hollersbach im Pinzgau
75,2 km – 1282 hm
Tageshöchsttemperatur: 28°C

Heute stand der bisher höchste Berg meines Radfahrerlebens an mit rund 1000 m Anstieg am Stück. Vorher hieß es aber noch einrollen im Zillertal.

Zillertalbahn

In Zell am Ziller kaufte ich dann noch Proviant, die Strecke würde ja etwas länger werden und bog dann auf die Passstraße ab.

rechts abbiegen

Die ersten Kilometer schlängelte sich die Straße in vielen Kehren den Berg hoch. Die Steigung war mit sehr gleichmäßigen 6-7% auch noch gerade so gut fahrbar. Die üblichen kurzen Zwischenpausen standen aber in den Kehren auch immer mal wieder an.

Kehre am Gerlospass

Nach rund 4 km waren die Kehren zu Ende und es gab einen kleinen Parkplatz mit einer schönen Aussicht zurück ins Tal. Da traf ich dann auch die erste größere Gruppe von Motorradfahrern an.

Abschleppzone

Ab hier nervten dann öfter die Motorradfahrer, die sich sehr häufig wie kleine Rennfahrer benahmen. Die Steigung lag noch für weitere 4 km auf dem selben Niveau und flachte sich dann sehr deutlich ab. So deutlich, dass ich vorne wieder auf das große Blatt schalten konnte und auch 20 km/h und mehr kein Problem waren. Es gab ein paar kleine Ortschaften und nach der letzten wurde es wieder steiler und es ging vor der Staumauer hinauf zum Speicher Durlassboden. Die Steigung lag übrigens wieder bei noch ganz gut fahrbaren 6-7%. Oben am Speicher wurde es dann wieder flacher und ein wenig später kam ich an einem schön am See gelegenen Parkplatz mit Gastwirtschaft an. Dort gab es für mich ein Radler zur Stärkung.

Speicher Durlassboden

Radler

Das Flachstück war nicht allzu lang und nach dem Abzweig zur alten Straße hinunter ins Tal zog die Steigung nochmal auf die schon bekannten Werte an. Schließlich landete ich aber nach 30 km und 1050 hm am höchsten Punkt am großen Parkplatz direkt hinter der Mautstation. Fahrräder müssen übrigens nichts bezahlen.

Geradeaus ...

höchster Punkt des Gerlospasses

Nach einer Pause zur Nahrungsaufnahme ging es dann weiter. Nach ein paar Metern in der Abfahrt bot sich an einem Parkplatz ein spektakulärer Blick ins Salzachtal und auf die Krimmler Wasserfälle.

das Salzachtal im Pinzgau

Tour de Fer in front of the Krimml Waterfalls

Den Rest der Abfahrt fuhr ich dann schön durch. Diese Seite des Passes ist etwas kürzer und etwas steiler als die andere, aber nicht so schlimm, wie auf dem Schild oben zu sehen. Dank etlicher Kehren hat die auch richtig viel Spaß gemacht. Am Ende der Abfahrt kam ich am Eingang zu den Wasserfällen vorbei. Diese hatte ich aber schon letztes Jahr besucht. Daher fuhr ich weiter. Danach ging es dann auf den dort beginnenden Tauernradweg. Dieser führt zunächst auf geschotterter Strecke durch den Wald. Kurz nach dessen Beginn ereilte mich dort ein Platten am Hinterrad. Dieser begann wohl schleichend schon in der Abfahrt. Es fiel mir aber erst jetzt so wirklich auf, dass das Fahrgefühl da schon etwas schwammig war. Ich versuchte es erst nur mit Aufpumpen. Nach kurzer Zeit am Ende der Waldstrecke musste ich dann aber doch den Schlauch wechseln. Bei Faltreifen geht das ja aber zum Glück recht einfach und flott und mit meiner kleinen Pumpe kann man auch erstaunlich schnell den Reifen wieder voll bekommen. Danach konnte es dann weitergehen.

im Salzachtal

Zeitweise folgte ich auch der Beschilderung des Salzachradweges, da der Tauernradweg ein paar unnötige Schlenker macht und quartierte mich schließlich im Hollersbach beim schnuckeligen Dorfcamping ein. Mit der sehr netten Betreiberin hatte ich mich dort auch noch ein Weilchen unterhalten.