weiter gehts auf dem EV6: Basel-Budapest – In Ungarn, manchmal auch an der Donau

Tag 19 – 29.08.2015
Bratislava – Lipót
65,8 km – 60 hm

Morgens ging es nicht weit vom Campingplatz erstmal zu einem riesen Supermarkt, wie ich ihn bisher nur in Frankreich erlebt hatte. Ich hatte keine Ahnung, wie die Möglichkeiten in Ungarn sein sollten. Ich muss ja auch erstmal Forint holen und die Gegend ist auch nicht sonderlich dicht besiedelt. Daher kaufte ich trotz der zu erwartenden Temperaturen schon gleich am Morgen ein. Danach ging es dann, wieder auf mehrspurigen Straßen in die Altstadt von Bratislava.

DSC04527 Innenstadt Bratislava renovate me!

Dort ging es dann nach der Besichtigung wieder auf die andere Donauseite rüber. Noch im Stadtgebiet von Bratislava gab es da eine Baustelle auf der normalen Strecke. Die Umleitung war aber sehr gut ausgeschildert. Hinter der Stadt ging es dann bis zur Grenze die ganze Zeit auf dem Deich entlang. Schatten gibt es dort absolut keinen und jede Sitzgelegenheit ist gnadenlos kommerzialisiert. Überhaupt ist das Stück nicht sehr spannend. Rechts und links gibt es mindestens hundert Meter breite Streifen ohne Bäume und das Wasser ist auch weiter weg. Die Sonne brannte an diesem Tag recht gnadenlos vom Himmel und schnell waren die Temperaturen bei deutlich über 30°C angelangt.

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An der ungarischen Grenze bog ich dann ab, da ich bis Budapest in Ungarn unterwegs sein wollte. Die Strecke entfernte sich nochmal etwas von der Donau und verlief dann an einer nicht sonderlich stark befahrenen Hauptstraße. Ein Geldautomat war dank meines Navis auch schnell gefunden im zweiten Dorf hinter der Grenze. Bis Mosonmagyaróvár war die Strecke recht langweilig und Bäume gab es weiterhin auch so gut wie gar nicht. Mosonmagyaróvár war dann auch nicht sonderlich interessant. Ich machte daher nur kurz halt an der Burg (heute eine landwirtschaftliche Universität).

Burg

Weiter ging es auf wenig befahrenen Landstraßen ohne Schatten bei inzwischen 38°C. Die Strecke war aber halbwegs gut beschildert und vor allem war auch die Straßenoberfläche ganz gut. Da die Entfernungen zwischen den Campingplätzen in der Gegend etwas weit sind, hatte ich mich schon von vorherein dafür entschieden den Tag nur eine kurze Strecke zu fahren und dann auf einen Campingplatz mit angeschlossenem Thermalbad zu gehen. Dafür musste ich nur einen kleinen Abstecher von der Route machen. Da ich bis auf kleine Pausen durchgefahren bin, war ich schon mittags am Platz angekommen. Die Rezeption machte aber leider gerade Pause. Ich musste noch etwa eine Stunde warten. Der Platz war dann ganz gut. Der Preis ist durch den obligatorischen Eintritt ins Bad allerdings ziemlich hoch (der teuerste der ganzen Tour). Da ich früh da war konnte ich dann aber ausführlich das Bad mit allen seinen Angeboten ausnutzen. Das Bad war auch wirklich sehr gut (und auch extrem voll).

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Tag 20 – 30.08.2015
Lipót – Komárom
85,2 km – 175 hm

Am nächsten Tag ging es dann wieder auf der Landstraße durch diverse Dörfer nach Györ. Unterwegs musste ich noch einkaufen. Es war aber Sonntag und neuerdings dürfen am Sonntag in Ungarn nur ganz kleine Dorfläden aufmachen. Ich fand dann aber einen an der Strecke. Es gab ja zum Glück einige kleine Dörfer dort, in der Stadt wäre das schwierig geworden. Die Stadt fand ich dann ganz interessant und habe etwas mehr Zeit dort verbracht.

DSC04564 Basilika Györ Innenstadt Györ DSC04578

Hinter Györ wurde es dann auch leicht welliger. Seit Bratislava war es ja extrem flach. Dafür wurde auch die Beschilderung deutlich lückenhafter, auch schon im Stadtgebiet, und schließlich landete ich noch auf einem extrem schlechten Feldweg entlang der Bahnstrecke mit extrem vielen breiten und tiefen Schlaglöchern. Durch die Trockenheit und Hitze kamen auch ein paar sandige Ecken dazu. Fahren war da teilweise schon etwas grenzwertig. Schließlich landete ich dann aber doch irgendwie in Komárom und dort wieder auf einem Campingplatz an einem Thermalbad. Das Bad habe ich auch wieder besucht, den Eintritt dafür hatte ja schließlich wieder mit bezahlen müssen, aber nicht ganz so ausführlich, ich war ja deutlich länger gefahren als am Tag zuvor. Das war aber deutlich einfacher als das in Lipót und hatte mehr den Charakter eines normalen Freibades. Bei der Hitze, es waren wieder 38°C, war das aber trotzdem ganz schön.

Tag 21 – 31.08.2015
Komárom – Dömös
78,2 km – 180 hm

Morgens bin ich erstmal rüber auf die andere Seite der Donau in den slowakischen Teil der Stadt, Komárno. Ich sah also auch das erste Mal seit zwei Tagen wieder den Fluss. In Komárno machte ich eine kleine Runde unter anderem zum Europaplatz.

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Danach ging es weiter parallel zur Donau und manchmal auch nah an sie ran durch diverse Dörfer. Hier gab es fast durchgängig an der Landstraße einen sehr schlechten benutzungspflichtigen Radweg. In den Dörfern durfte man aber auf die etwas bessere Fahrbahn wechseln. Ursprünglich wollte ich den Tag auch nach Tata fahren, auf Grund der extremen Hitze ersparte ich mir dann aber den sehr hügeligen Abstecher. Apropos Hügel, die Landschaft wurde auch langsam schöner durch die Hügel und es gab auch teilweise etwas Schatten durch diese und durch Bäume an der Straße. In Esztergom radelte ich dann den Berg hoch zur Burg und zur Kathedrale. Besichtigt habe ich aber nur die Kathedrale. Diese aber recht ausführlich einschließlich des interessanten Museums unter dessen Dach. Den nochmal etwas teureren Eintritt für die Aussichtsplattform ganz oben ersparte ich mir aber.

DSC04590 Kathedrale Esztergom in der Basilika Ausssicht

Hinter Esztergom wechselte ich dann nicht das Ufer, sondern fuhr zum von mir auserkorenen Campingplatz direkt am Donauknie. Dieser hatte dann übrigens auch wieder ein Schwimmbad, aber nur ein Becken und nicht beheizt. Aber bei wiedermal 38°C war das trotzdem nett.

am Donauknie

Tag 22 – 01.09.2015
Dömös – Budapest
78,5 km – 217 hm

Morgens ging es erstmal ein kleines Stück auf der Landstraße nach Visegrád. Dort besichtigte ich den Königspalast. Den steilen Aufstieg zur Burg fuhr ich aber nicht.

DSC04694 DSC04652 Donaufähre

Dort wechselte ich dann nach etwas Wartezeit per Schubfähre auf die andere Flussseite zurück auf die Hauptroute des Donau-Radweges. In Vác warf ich dann einen kurzen Blick auf den einzigen Triumphbogen Ungarns und fuhr noch in Ruhe durch die Innenstadt und dann zur Donaupromenade. Dort musste ich dann wieder auf die Fähre warten.

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Nach der Überfahrt ging es dann über die Donauinsel und danach durch dichter besiedeltes Gebiet. In Szentendre guckte ich mir dann noch die nette Altstadt an.

Szentendre

Hinter Szentendre ging es dann für ein paar Kilometer etwas ruhiger am Fluss entlang bis es schließlich deutlich zu merken war, dass die Großstadt naht. Ich war dann schließlich in Budapest und fuhr bis zur Friedensbrücke soweit möglich am Ufer entlang.

Parlament DSC04729 Kettenbrücke / Széchenyi lánchíd DSC04750

Durch die viele Warterei an den Fähren war es schon recht spät, also fuhr ich dann über die Donau und direkt zum angepeilten Campingplatz, dem Bikercamp. Dieses hatte allerdings wegen irgendwelcher technischer Probleme geschlossen. Daher musste ich dann noch weiter fahren zum anderen Campingplatz (Haller). Der war aber nicht weit weg. Dort traf ich dann auch wieder auf große Mengen an Reiseradlern. So viele wie seit Regensburg nicht mehr.