The Length of Japan: Kinki

Tag 16 – 27.04.2017
Himeji – Kobe
72,0 km – 331 hm
Wetter: 15-24°C, heiter

Das Gepäck konnte ich bis zum Nachmittag im Hostel unterstellen und da das Hostel in der Nähe der Burg liegt, ging da dann zu Fuß hin. In der Burg wurde übrigens die Fernsehserie Shogun gedreht.

Himeji Castle

Himeji Castle

Drinnen ist es überwiegend recht leer, aber ganz oben im 7. Stock gibt es dann noch einen Schrein.

Himeji Castle

Himeji Castle

Himeji Castle

Für einen lächerlich geringen Aufpreis kann man auch noch in einen neben der Burg gelegenen Garten. Das habe ich dann auch noch wahrgenommen,

Koko-en

Koko-en

Gegen 12.00 Uhr bin ich dann weitergefahren. Erst auf einer Radroute entlang der Hochgeschwindigkeitsstrecke und das letzte Stück nach Kobe rein ging über die Hauptstraße. Diese war gar nicht mal so stark befahren und bot auch immer genug Platz für mich.

Cycling Road?

In Kobe bin ich dann noch in den Meriken Park am Hafen und dort auf den Aussichtsturm.

Kobe

Meriken Park

Auf dem Weg zum Hostel bin ich dann noch durch China Town. Das ist aber ziemlich uninteressant.

China Town

Tag 17 – 28.04.2017
Kobe – Nara
86,2 km – 1391 hm
Wetter: 16-24°C, meist sonnig

Von Osaka nach Kobe ging es weiter auf der Hauptstraße. Bis zur Stadtgrenze von Osaka war es weiter sehr gut zu fahren dank eines breiten Seitenstreifens, mindestens zwei Spuren pro Fahrtrichtung und mäßigem Verkehr. In Osaka wurde es dann etwas stressiger, da der Verkehr dichter wurde und der Seitenstreifen meist fehlte. In Osaka hielt ich mich nicht so lange auf. Ich fuhr hoch auf das höchste Gebäude der Stadt, das Umeda Sky Building, und schaute mir die Stadt von oben an.

Floating Garden Observatory

Floating Garden Observatory

Osaka

Floating Garden Observatory

Danach ging es dann direkt weiter durch die Stadt und kurz vor der Stadtgrenze begann die steilste öffentliche Straße Japans. Bis dahin war es übrigens, wie schon am Vortag, sehr flach. Die Straße hatte es in sich mit Spitzen von 25% Steigung und einem längeren Abschnitt mit durchschnittlich 19%. Da war dann Schieben angesagt und selbst das ging nur mit regelmäßigen Pausen. Unterwegs begegnete ich da einem Radfahrer auf einem unbeladenen Mountainbike, der dann auch nur noch schiebend vorankam.

the steepest public road in japan

Auf der anderen Seite ging es dann ähnlich steil wieder runter.

downhill to nara

Kurz vor Nara besichtigte ich dann den Tempel Horyu-ji. Dort stehen die ältesten erhaltenen Holzgebäude der Welt.

Horyu-ji

Horyu-ji

Horyu-ji

Tag 18 – 29.04.2017
Nara – Kyoto
54,7 km – 292 hm
Wetter: 15-24°C, sonnig bis wolkig, Gewitter

Auch in Nara ließ ich wieder mein Gepäck am Vormittag im Hostel und erkundete die Sehenswürdigkeiten zu Fuß. Zunächst ging es durch den Nara-Park. Dort gibt es, wie schon auf Miyajima, viele Sika-Hirsche.

Nara Park
Nach kurzer Zeit landete ich dann am Todai-ji. Die große Halle dieses buddhistischen Tempels soll das größte Holzgebäude der Welt sein. Drinnen findet sich eine große Buddha-Statue und auch zwei kleinere sowie die üblichen Wächterfiguren.

Todai-ji

Todai-ji

Todai-ji

Todai-ji

Ein kleines Stück weiter gibt es einen Nebentempel.

Todai-ji

Todai-ji

Es ging weiter durch den Park.

Cervus nippon

Old Inn

beware!

Bis ich schließlich am Kasuga-taisha landete. Dieser Shinto-Schrein ist vor allem für seine zahlreichen Laternen bekannt.

Kasuga-taisha

Kasuga-taisha

Kasuga-taisha

Wieder ging es weiter durch den Park.

Cervus nippon

Und zu einem weiteren buddhistischen Tempel, dem Kofuku-ji.

Kofuku-ji

Kofuku-ji

In Nara war es übrigens extrem voll, da an dem Tag gerade die Golden Week angefangen hatte. Interessant war auch die Preisentwicklung an den PKW-Parkplätzen: Über Nacht hatten sich die Preise verdreifacht. Trotz der Menschenmassen war es aber sehr schön und interessant. Im Jahr zuvor hatte ich in Venedig auch deutlich extremere Massen erleben dürfen.
Gegen Mittag (wieder einmal) ging es zurück zum Hostel und ich belud mein Rad. Auf dem Weg raus aus Nara fuhr ich noch am rekonstruierten Palast vorbei.

Imperial Palace

Imperial Palace

Imperial Palace

Danach ging es dann über einen Flussradweg von Nara nach Kyoto. Unterwegs zog es sich immer mehr zu und ich konnte mich, noch gerade bevor ein Gewitter anfing, unter einer Brücke unterstellen, die praktischerweise gerade dann über den Weg führte.

Cycling Route Nara-Kyoto

Cycling Route Nara-Kyoto

Das Gewitter dauerte nicht lange und die Strecke war sehr flach. Daher war ich einigermaßen frühzeitig in Kyoto. Ich entschied mich dann spontan, dass ich noch ins Eisenbahnmuseum gehe, an dem ich auch sowieso vorbeikommen würde. Dieses stellte sich als sehr gute Idee heraus. Das Museum ist umfangreich und sehr gut.

0 Series 21 Type No. 1

Kodama

C59 Type No. 164

Kyoto Railway Museum

Mehr Bilder aus dem Eisenbahnmuseum gibt es in einem separaten Album.

Danach ging es dann direkt ins schon vor Tagen vorgebuchte Hostel in der Nähe des Hauptbahnhofes. Dies sollte mein Quartier für die nächsten 3 Nächte sein.

Tag 19 – 30.04.2017
Kyoto
20,0 km – 206 hm
Wetter: 16-29°C, sonnig

Am ersten Tag in Kyoto ging es durch den östlichen Teil. Den Anfang machte der Kiyomizu-dera, ein recht spektakulär am Hang gelegener Tempel. Durch das Baugerüst konnte man das spektakuläre aber nicht ganz so gut wahrnehmen.

Kiyomizu-dera

Kiyomizu-dera

Kiyomizu-dera

Als nächstes war der erste Tempel mit Zen-Garten dran, der Shoren-in.

Shoren-in

Shoren-in

Shoren-in

Weiter ging es zum Nanzen-ji. Über das Gelände dieses Tempels verläuft ein Aquädukt aus der Zeit der Industrialisierung des Landes. Das Aquädukt sollen die Japaner wohl romantisch finden.

Nanzen-ji

Nanzen-ji

Nanzen-ji

Weiter ging es über den Philosopher’s Walk. Der Ursprung des Namens liegt darin, dass an dem mit Kirschbäumen und Magnolien bestandenen Wasserlauf früher ein Philosophieprofessor regelmäßig spazieren gegangen ist. Die Kirschen blühten nun natürlich nicht mehr, aber immerhin noch die Magnolien.

Philosopher's Walk

Direkt am Weg liegt der Honen-in, also besichtigte ich auch diesen Tempel mit seinem schönen Garten.

Honen-in

Honen-in

Am Ende des Spazierwegs des Philosophen erwartete mich dann der Ginkaku-ji, zu Deutsch der Tempel des Silberpavillions. Silber verkleidet wurde dieser allerdings nie, da dem Erbauer zwischenzeitlich das Geld ausging.

Ginkaku-ji

Ginkaku-ji

Danach ging es dann ein Stück durch die Stadt bis zur Burg. In Kyoto gibt es im Gegensatz zum Großteil von Japan auch richtige Radwege. Diese sind auch einigermaßen befahrbar, zwar etwas schmal, aber immerhin sind die Kantsteine an den Kreuzungen etwas niedriger als im Rest des Landes. Sonst gibt es ja immer nur für Radfahrer freigegebene Gehwege voller Fußgänger und sonstiger Hindernisse sowie mit sehr holprigen Absätzen an den sehr zahlreichen Kreuzungen und eben die schonmal erwähnten mal mehr mal weniger breiten Randstreifen. Letzteres ist übrigens immer die am besten befahrbare Alternative gewesen.

Nijo Castle

Nijo Castle

Nijo Castle

An der Burg musste ich mein Fahrrad übrigens, wie auch schon am Eisenbahnmuseum, auf einem kostenpflichtigen Parkplatz für Fahrräder abstellen. Die Kosten sind aber nicht allzu hoch. Allerdings sind die nicht sonderlich felgenschonend, aber zum Glück war ich ja ohne großes Gepäck unterwegs. Wenn man die ausgewiesenen Parkplätze nicht nutzt, droht einem die Entfernung des Fahrrades. Die Japaner sehen nicht gerne wild abgestellte Fahrräder und in Kyoto gibt es ganz besonders viele Zonen, in denen man nicht Parken darf.

Abends ging ich dann noch, nachdem ich mein Fahrrad am Hostel abgestellt hatte zum architektonisch recht ungewöhnlichen Hauptbahnhof der Stadt. Dort gibt es zum Beispiel eine über sieben Stockwerke reichende durchgehende Treppe.

Kyoto Station

Kyoto Station

Kyoto Station

Tag 20 – 01.05.2017
Kyoto
31,8 km – 231 hm
Wetter: 19-26°C, heiter bis wolkig, leichter Regen

An diesem Tag ging es dann durch den westlichen Teil der Stadt. Den Anfang der Besichtigungen machten wieder einige Tempel, zunächst der Daitoku-ji.

Daitoku-ji

Daitoku-ji

Danach war der Kinkaku-ji mit seinem berühmten Goldpavillion dran. Der Goldpavillion war übrigens das Vorbild für den nicht ganz vollendeten Silberpavillion vom Vortag. Bei der Besichtigung des Tempelgeländes fing es leicht an zu regnen. Dies verstärkte aber nur das Glänzen des Goldes. Der wie immer dazugehörende Garten war im Vergleich mit den anderen Tempeln der Stadt übrigens recht einfach.

Kinkaku-ji

Kinkaku-ji

Ein kleines Stück weiter liegt der Ryoan-ji. An diesem Tempel gab es wieder einen Steingarten.

Ryoan-ji

Ryoan-ji

Ryoan-ji

Danach wurde es etwas hügeliger und ich landete am Arashiyama. Dort war selbst mit das Navigieren nicht ganz so einfach wegen der vielen kleinen Straßen. Zuerst guckte ich mir dort den Garten eines berühmten Schauspielers an, den Okochi Sanso.

Okochi Sanso

Okochi Sanso

Danach ging es dann durch den unmittelbar angrenzenden berühmten Bambushain von Arashiyama. Hier gehen übrigens viele Japaner hin, wenn sie sich von ihrem Partner trennen wollen. Ursache ist, wie so oft, ein populärer Roman.

Arashiyama Bamboo Grove

Arashiyama Bamboo Grove

Nicht weit entfernt liegt ein Fluss mit einer alten Holzbrücke.

Togetsukyo

Katsuragawa

Danach ging es dann entlang des Flusses zurück in die Innenstadt zum Hostel.

Tag 21 – 02.05.2017
Kyoto – Tsu
113,9 km – 1180 hm
Wetter: 15-24°C, sonnig

Nun hieß es wieder Abschied zu nehmen von der alten Hauptstadt Japans. Am Ortsausgang besichtigte ich noch den wegen seiner zahlreichen Toris berühmten Fushimi-inari.

Fushimi Inari-taisha

Fushimi Inari-taisha

Fushimi Inari-taisha

Die Bebauung wurde langsam weniger und nach den letzten Vororten Kyotos ging es entlang eines Flusses durch die schöne Berglandschaft.

Yodogawa

Unterwegs gab es interessante Geschäfte

Tanukis

Hattorigawa

und die üblichen Baustellenabgrenzungen.

Roadworks

Am Abend ging es dann mangels anderer Alternativen in ein Business-Hotel. Das hatte aber ein exzellentes Preis-Leistungsverhältnis.

The Length of Japan: Shikoku

Tag 12 – 23.04.2017
Norogawa Dam – Imabari
142,0 km – 1002 hm
Wetter: 6-26°C, sonnig

Morgens ging es bei kühlem Wetter recht früh los. Bis zum Meer waren es nur ein paar Kilometer bergab. Danach ging es dann oft direkt am Meer entlang durch einige sehr schöne Buchten bis nach Onomichi.

Mitsuguchi Bay

Onomichi 20 km

In Onomichi wechselte ich dann auf eine Fähre und nach einer kurzen Überfahrt war ich am Startpunkt des Shimanami-Kaido angelangt. Der Shimanami-Kaido ist die bekannteste und eine der längsten touristischen Radrouten Japans. Sie führt über eine Länge von rund 70 Kilometern über eine Inselkette in der Seto-Inlandsee vom westlichen Honshu nach Shikoku, der kleinsten der vier japanischen Hauptinseln. Er ist übrigens die einzige nicht für Radfahrende gesperrte Strecke zwischen den beiden Inseln.
Die Fahrt über die Brücken (insgesamt 6) und Inseln war ausgesprochen schön, zumal ich auch noch ideales Wetter hatte.

Ikuchi Bridge

Tatara Bridge

Omishima Bridge

Unterwegs begegnete ich übrigens auch sehr vielen Japanern auf Rennrädern, mehr als in den meisten Gegenden Europas. Hier werden also auch am Wochenende die Räder „ausgeführt“.

Seto Inland Sea

Die letzte Brücke des Tages war dann noch besonders spektakulär mit 4,2 km Länge und dem beginnenden Sonnenuntergang.

Kurushima-Kaikyo Bridge

Unterwegs hatte ich mir überlegt, entgegen der ursprünglichen Planung, doch nicht auf einer der kleinen Inseln zu übernachten, sondern bis nach Shikoku durchzufahren. Es machte einfach zu viel Laune und zeitlich sprach da auch nichts gegen. So landete ich dann in einem „Fahrrad-Hostel“ in der ersten Stadt der Hauptinsel. Dort konnte ich mein Rad in deren Fahrrad-Garage parken. Die Betreiber sind fahrradverrrückt und waren entsprechend interessiert an meinem Rad und an meiner Tour. Außerdem gab es am Abend noch ein mit einer dort ebenfalls eingekehrten Deutschen, die dort die 88-Tempel-Wanderung macht.

Tag 13 – 24.04.2017
Imabari – Zentsuji
111,3 km – 680 hm
Wetter: 15-24°C, heiter bis sonnig

Dieser Tag war eine reine Überführungsetappe. Es ging meist durch die dicht besiedelte Küsteneben. Über lange Strecken gab es auch wieder eine, wie auch schon am Vortag, hervorragend ausgewiesene Radroute.

Cycling route on Shikoku

Etwa auf halber Strecke musste ich dann aber über einen Berg. Belohnt wurde ich mit einer schönen Aussicht.

9% descent on Shikoku

View on Shikokuchuo

Es folgte wieder eine dicht besiedelt Ebene. Zeitweise war der Verkehr jetzt auch extrem dicht und die Straße sehr schmal. Die meiste Zeit des Tages war es aber angenehm zu fahren.

Hiuchi-nada Sea

Am Ende landete ich dann in einem sehr kleinen, netten Hostel. Ich war der einzige Gast und über Nacht blieb der Bruder der Besitzerin. Mit ihm hatte ich dann noch einen netten Austausch.

hier: Zähne putzen!

Tag 14 – 25.04.2017
Zentsuji – Takamatsu
50,1 km – 264 hm
Wetter: 20-27°C, heiter bis bedeckt

Das Hostel für diesen Tag hatte ich wegen der Golden Week (der japanischen Haupturlaubszeit) schon vor sechs Tagen gebucht. Daher hatte nur ein recht kurzes Pensum zu radeln an diesem Tag. Es gab aber genug zu besichtigen, so dass der Tag gut gefüllt war.
Zu Beginn ging es in den Tempel, der der Stadt, in der ich übernachtet hatte, ihren Namen gegeben hat.

Zentsu-ji

Zentsu-ji

Wenige Kilometer weiter steht der bekannteste Tempel der Insel. Bei dem musste ich 1368 Treppenstufen überwinden, um den komplett besichtigen zu können. Er ist übrigens trotz seiner Lage unter anderem der Seefahrt gewidmet.

Kotohira-gu

Kotohira-gu

Kotohira-gu

Am Ende der Tagesstrecke ging es dann noch in die schönste Gartenanlage des Landes.

Ritsurin-koen

Ritsurin-koen

Ritsurin-koen

Ritsurin-koen

Tag 15 – 26.04.2017
Takamatsu – Himeji
48,0 km – 632 hm
Wetter: 14-17°C, kräftiger Regen

Es ging von Takamatsu mit der Fähre rüber auf die Insel Shodoshima, den einzigen Ort in Japan, an dem Olivenbäume wachsen. Eigentlich gibt es im Zentrum der Insel auch eine wohl recht sehenswerte Schlucht zu sehen. Angesichts des wie angekündigt schlechten Wetters mit kräftigem Regen und sehr tief stehenden Wolken kürzte ich meine Strecke auf der Insel aber ab und fuhr entlang der Küste bis zum Fährhafen, wo die Fähre nach Himeji abfährt. Es kamen auch so noch einige Höhenmeter zusammen und zeitweise war es auch recht steil. Gelegentlich kam ich sogar in die Wolken. Die Strecke im Inselinneren liegt aber noch deutlich höher, so dass ich von der Schlucht wohl gar nichts gesehen hätte. Eine Sache habe ich mir dann aber doch angeguckt: Das Soyasaucenmuseum einer der größten Hersteller. Das lohnt sich aber nicht so richtig.

Shodoshima Olive Park

Ferry Fukuda-Himeji

Nach der zweiten Fährüberfahrt fuhr ich direkt zum (ebenfalls schon vor Tagen gebuchten) Hostel. Dort gab es dann noch einen netten Abend mit Gästen und Bediensteten des Hostels. Unter letzteren war auch wieder eine Deutsche. Die Gespräche liefen aber überwiegend auf Englisch, da sonst außer uns beiden nur noch ein Amerikaner ein wenig verstanden hätte.