Ostalpen-Nordostitalien-Tour: Kärnten

Tag 12 – 04.07.2016
Bad Hofgastein – Villach
102,1 km – 847 hm
Tageshöchsttemperatur: 27°C


Nach kurzem Einrollen ging es in das steilste Stück der ganzen Tour, durch Bad Gastein hinauf. Dort ist es bis zu 15% steil und so war zeitweise mal wieder schieben angesagt. Hinter dem mitten Ort gelegenen Wasserfall wurde die Steigung dann aber wieder moderater.

Bad Gastein

Gasteiner Wasserfall

In Bad Gastein gönnte ich mir dann mal wieder eine Seilbahnfahrt. Es ging hinauf auf den Stubnerkogel und dort machte ich wieder eine kleine Wanderung. Wegen der vielen hohen Berge rundherum und der kleinen Attraktionen oben auf dem Berg lohnt sich das auch sehr.

Stubnerkogelbahn

Hängebrücke

Aussichtsplattform Glocknerblick

Wanderpfad

wolkenverhangen

Anschließend ging es dann zur Tauernschleuse, wo ich mein Rad in den Zug verladen musste. Hier gibt es nämlich keine Straße über den Berg. Auf der anderen Seite war ich dann auch tatsächlich in Kärnten (Bad Gastein gehört noch zu Salzburg) und damit erstmals mit dem Fahrrad auf der Südseite der Alpen angelangt. Dort ging es längere Zeit recht steil den Berg hinab. Es hat auch dementsprechend Spaß gemacht.

Abfahrt

Der Rest der Strecke entlang der Drau bis nach Villach war allerdings extrem langweilig, so dass ich nur zum Essen und Trinken anhielt und an dem tag auch kein einziges Foto mehr machte. In Villach bekam ich dann auch endlich eine neu Gaskartusche. Seit ein paar Tagen war meine Schlafmatte nicht mehr in Ordnung, es hatte sich die Laminierung gelöst, so dass eine immer größer werdende Blase entstand. Für diese kaufte ich also auch noch Ersatz. (Die kaputte Matte wurde übrigens inzwischen auf Garantie ersetzt, aber sowas klappt mitten im Urlaub ja nicht. Zu Hause stellte ich dann auch noch fest, dass ich aus Versehen eine angebrochene Gaskartusche mitgenommen hatte. Die volle hätte ganz locker bis Villach gereicht.) Am Zeltplatz in der Nähe des Faaker Sees ereilte mich dann auch die erste Mückenplage. Dies sollte auf der gesamten Alpensüdseite so weiter gehen.

Ostalpen-Nordostitalien-Tour: Salzburg

Tag 8 – 30.06.2016
Hollersbach im Pinzgau – Sankt Martin bei Lofer
93,3 km – 492 hm
Tageshöchsttemperatur: 24°C

Am morgen fuhr ich erstmal entlang der Salzach bis nach Mittersill. Dort besuchte ich dann die Nationalparkwelten. Die fand ich ein wenig netter, als die vom schweizer Nationalpark.

in den Nationalparkwelten

Schneehuhn

Smaragde

Wieter ging es dann nach Kaprun. Dort durchwanderte ich (natürlich ohne Fahrrad) die Sigmund Thun Klamm und guckte anschließend noch ins Wasserkraftwerk rein. Eigentlich wollte ich ja auch wieder auf das Kitzsteinhorn rauf. Angesichts des trüben Wetters und der tief hängenden Wolken verzichtete ich dann aber auf die recht kostspielige Fahrt hinauf mit der Seilbahn.

in der Sigmund Thun Klamm

treppauf ...

Kraftwerk Kaprun - Hauptstufe

Es wurde immer dunkler und kurz vor Zell kündigte sich dann auch der Regen endgültig an. In Zell am See schaffte ich es noch gerade so, mich am Bahnhof unterzustellen, als der kräftige Gewitterschauer losging.

es regnet bald

Der Regen lies nach einer Weile nach und ich fuhr auf dem westlichen Zweig der Tauernradwegrunde nach Norden. Der Weg verläuft am Anfang noch etwas abseits der Saalach (nicht der Salzach) nach Maria Alm. Bis dahin gab es auch ein paar kleinere Steigungen. In Maria Alm guckte ich mir dann die Wallfahrtskirche an.

in Richtung Steinernes Meer

Altar - Wallfahrtskriche Maria Alm

Maria Alm

Hinter Maria Alm gab es erstmal ein paar steilere Abfahrten mit lockeren Schotter. Bei einer hätte ich mich auch beinahe hingelegt. Nach wenigen Kilometern wurde es dann aber überwiegend flach und die Wege waren meist auch gute Schotter- und Asphaltwege. Außerdem kam die Sonne raus, so dass es doch noch ein recht schöner Tag wurde. Gegen Ende wurde die Landschaft auch wieder spektakulärer, da das Tal immer enger wurde. Kurz vor Schluss der Tagesetappe stellten sich mir dann noch ein paar Kühe in den Weg, Aber die machten dann auch noch Platz für mich.

Grasberg

bei Saalfelden

im Saalachtal

Tag 9 – 01.07.2016
Sankt Martin bei Lofer – Salzburg
64,1 km – 411 hm
Tageshöchsttemperatur: 29°C

Der Tag begann wettertechnisch schonmal deutlich besser als der vorherige. Also ging es bei Sonnenschein auf zu meinem kleinen Abstecher durch Bayern. Direkt hinter der Grenze wurde der Weg dann deutlich schlechter (das Erlebnis kannte ich umgekehrt ja schon aus dem Vorjahr) und es ging auch ganz gut auf und ab. Von ein paar Tagesausflugsradlern bekam ich dann noch den Tip, auf der rechten Seite des Flusses zu bleiben, weil der Weg auf der anderen durch einen Erdrutsch nicht passierbar ist. Schließlich landete ich dann in Bad Reichenhall und machte dort eine kleine Runde durch den Ort.

am Steinpass

St. Aegidi

alte Saline

Anschließend fuhr ich dann mit der Seibahn rauf auf den Predigtstuhl und machte dort eine kurze Wanderung um den Gipfel. Auf einen Besuch der Saline musste ich leider verzichten, da die Zeiten der Führungen für mich sehr ungünstig lagen.

alte Poster

Blick auf Bad Reichenhall

Gipfelkreuz

Aus Bad Reichenhall heraus musste ich auch wieder einen anderen Weg nehmen, als ich eigentlich wollte, wiederum wegen eines Erdrutsches. Bis Salzburg war es nicht weit, so dass ich dort dann recht schnell war. Dort nahm ich den Fahrstuhl hianuf auf denh Mönchsberg und genoss die Ausssicht ehe ich dann weiter fuhr zum Campingplatz im Süden der Stadt. Am Abend kam dann leider noch wieder der Regen zurück.

Sakzburg von oben

Blick auf den Kapuzinerberg

Tag 10 – 02.07.2016
Salzburg – Salzburg
15,6 km – 60 hm
Tageshöchsttemperatur: 23°C

Es hatte die ganze Nacht durch geregnet, aber am Morgen hörte der Regen zum Glück auf. Dieser Tag sollte der Besichtigung der zahlreichen Sehenswürdigkeiten von Salzburg gehören, war also einer meiner auf so einer Tour üblichen Ruhetage. Es ging also zurück in die Stadt. Dort stellte ich mein Rad an der Festungsbahn ab und fuhr mit dieser hinauf zur Festung Hohensalzburg. Die Festung und die Ausstellungen dort fand ich recht interessant. Das Fahrrad durfte da unten übrigens noch eine Weile stehen bleiben, die meiste Zeit war ich in Salzburg zu Fuß unterwegs.

Festung Hohensalzburg

Blick Richtung Westen

Zisterne

Goldene Stube

Danach ging es wieder mit der Bahn runter und ein paar Meter weiter in den Dom rein.

im Salzburger Dom

Danach gab es einen Stadtbummel verbunden mit einem Besuch im Mozart Geburtshaus. Dort war das Fotografieren leider verboten. Da drin war es ganz nett, aber mehr auch nicht. Anschließend besuchte ich das interessante Domquartier. Dort durfte man aber leider auch nicht fotografieren. Am Nachmittag ging ich dann ins Café und während ich da drin saß begann mal wieder ein Gewitterschauer.

Café Tomaselli

Mozart Geburtshaus

Leider war meine Gaskatusche fast alle. Ich versuchte also in Salzburg eine neue aufzutreiben, leider erfolglos. Es gibt kein richtiges Outdoorgeschäft in der Stadt und die paar Sportläden haben nur eine sehr minmalistische Outdoorabteilung. Die Internetrecherche am Abend ergab dann, dass ich in Villach eine bekommen werde, vorher aber wohl eher nicht.

Tag 11 – 03.07.2016
Salzburg – Bad Hofgastein
101 km – 1189 hm
Tageshöchsttemperatur: 20°C

Heute ging es dann wieder weiter und jetzt auch wieder entlang der Salzach, zunächst auf einem extra Radweg entlang des Flusses. Später wurde das Tal aber sehr eng, so dass man wegen Platzmangel direkt auf der Fahrbahn fahren musste. Es war aber sehr wenig Verkehr, so dass das sehr entspannt war. Zwischendurch ging es auch noch über einen Mini-Pass.

Pass Lueg

Salzachschlucht

An der Festung Hohenwerfen machte ich dann eine erste Pause und kam mit zwei Tschechen (Vater und Sohn) ins Gespräch, die ihr Gepäck nicht auf dem Fahrad dabei hatten, sondern von einem Freund transportieren ließen. Auch für sie war es die erste Alpenüberquerung und sie hatte eine doch sehr ambitionierte Etappenplanung. Die ging aber nicht so richtig auf, ich sah sie nämlich zwei Tage später wieder. Nach der Pause fuhr ich mit dem Schrägaufzug rauf auch die Festung. Dort gab es eine recht umfangreiche Greifvogelflugshow und wegen des Wochenendes auch eine Art kleiner Mittelaltermarkt mit Vorführungen.

Festung Hohenwerfen

Sturzflug

Weißkopfseeadler

Mittelalterliches

Festung Hohenwerfen

Anschließend ging es weiter und in Bischofshofen guckte ich mir kurz die Skisprungschanze an. Der Eintritt ist dort übrigens frei.

Paul-Außerleitner-Schanze

Ein paar Kilomometer weiter fuhr ich dann den Berg hinauf ins Zentrum von St. Johann im Pongau. Dort besichtigte ich den Pongauer Dom.

Pongauer Dom

in St. Johann im Pongau

Hier musste ich dann langsam eine Entscheidung treffen. Ein kleines Stück weiter auf den Campingplatz gehen oder noch rund 30 km weiter fahren bis ins Gasteiner Tal. Ich entschied mich für letzteres. Was ich nicht wusste, gleich hinter Schwarzach begann ein langer und teilweise auch recht steiler (bis 11%) Anstieg. Den schaffte ich aber trotz der langen Tagesstrecke dann doch einigermaßen gut und die Aussicht auf die tief unten liegende Salzach entschädigte auch ein wenig für die Strapazen.

bergauf

Ostalpen-Nordostitalien-Tour: Tirol

Tag 5 – 27.06.2016
Pfunds – Stams
82,0 km – 774 hm
Tageshöchsttemperatur: 23°C

Zunächst einmal ging es weiter durch das Inntal. In Landeck kurbelte ich dann bergauf durch den Ort hinauf zum Schloss. Dieses besichtigte ich dann und das darin befindliche Museum.

Museum Schloss Landeck

Krippe

Im Schloss bemerkte ich, dass an einem Schuh der Cleat sich gelockerte hatte. Ich wollte den eigentlich wieder fest ziehen, wenn ich wieder am Fahrrad bin. Da wurde aber nichts draus, da ich die Schraube kurz davor verlor und nicht wieder fand. Ich fuhr zunächst also mit nur auf einer Seite eingeklinktem Fuß weiter. Ein Fahrradhändler fand sich einen Ort weiter in Zams. Diesen erreichte ich direkt vor deren Mittagspause. Dort war man sehr nett und ersetzte mir die Schraube kostenlos. Danach konnte ich dann endlich wieder normal fahren. Der Innradweg hat in Tirol übrigens eine gute Qualität, es geht überwiegend ganz leicht bergab mit nur ganz wenigen kurzen Anstiegen.

Kronburg

18%-Abfahrt

Am Nachmittag erreichte ich dann das Hauptziel des Tages, das Stift Stams. Dieses kann man nur mit einer Führung besichtigen. Bis zu dieser war aber noch etwas Zeit, so dass ich erstmal den Berg hoch fuhr zum Campingplatz, mich dort schonmal anmeldete und mein Zelt aufstellte. Danach rollte ich dann wieder zum Stift runter und nahm an der Führung teil. Die Führung war ansich recht interessant. Der Mönch, der diese geleitet hat war aber nur eine Vertretung und konnte leider nicht so sehr überzeugen. Im Vergleich waren die im letzten Jahr von mir besuchten Klöster an der Donau auch noch deutlich schöner und interessanter.

kurz vor Beginn der Besichtigungstour

Hochaltar

Zisterzienserstift Stams

Danach ging es dann zurück auf den schön gelegenen Campingplatz. Dort traf ich dann auch zum ersten Mal auf dieser Reise einen anderen Reiseradler an.

CP Stams

Tag 6 – 28.06.2016
Stams – Kaltenbach
105 km – 350 hm
Tageshöchsttemperatur: 28°C

Zunächst ging es weiter auf dem innradweg nach Innsbruck hinein. Dort fuhr ich dann mitten durch den Verkehr und schließlich etwas steiler bergauf. Ich wollte nämlich die Bergiselschanze besichtigen.

Anlaufspur mit Blick auf den Freidhof

Olympisches Feuer

Das Tirolpanorama, welches direkt neben der Schanze ist, hatte leider am Montag zu. Ich schob dann erstmal einen steilen und auch stark genutzten Fußweg hinab und fuhr wieder im Verkehr ins Zentrum von Innsbruck. Das Fahren im Verkehr war dort übrigens sehr stressfrei. Das hatte ich in Österreich auch schon anders erlebt. In Tirol waren die Autofahrer aber allgemein alle ziemlich entspannt unterwegs. In der Innenstadt gab es dann die üblichen touristischen Highlights für mich: das Goldene Dachl, den Dom, die Hofburg und das allgemein schöne Stadtbild mit dem tollen Bergpanorama.

Goldenes Dachl

Dom zu St. Jakob

Alpenpanorama in der Innenatdt von Innsbruck

Danach ging es dann weiter auf dem Innradweg. Dieser führt auch teilweise direkt an der Autobahn entlang. Das lässt sich aber durchaus mal aushalten. Außerdem gab es auch einige schöne Abschnitte. Ich kam direkt an den Swarovsky Kristallwelten vorbei. Auf die hatte ich aber keine Lust, ebenso auf das Silberbergwerk. In Schwaz war die Route dann leider wegen einer Baustelle gesperrt und eine Umleitung nicht ausgeschildert. Ich musste mir also einen alternativen Weg suchen, was mit Hilfe des Navis und von ein paar Einheimischen dann aber einigermaßen gelang. Einen kleinen Verfahrer gab es dabei aber trotzdem, den bemerkte ich aber schnell genug. Da ich recht flott voran kam, fuhr ich auch schon ins Zillertal rein und entschied mich für einen Campingplatz ungefähr in der Mitte. Der Zillertalradweg war auch wieder vorbildlich ausgeschildert und auch von der Routenwahl recht ansprechend. Die Campingplätze sind im Zillertal allerdings alle recht teuer und der, auf dem ich dann war hatte ich abends keine Besetzung im Büro, so dass dann nach einem Telefonat etwas später jemand vorbei kam von der Betreiberfamilie.

Zillertalradweg

Tag 7 – 29.06.2016
Kaltenbach – Hollersbach im Pinzgau
75,2 km – 1282 hm
Tageshöchsttemperatur: 28°C

Heute stand der bisher höchste Berg meines Radfahrerlebens an mit rund 1000 m Anstieg am Stück. Vorher hieß es aber noch einrollen im Zillertal.

Zillertalbahn

In Zell am Ziller kaufte ich dann noch Proviant, die Strecke würde ja etwas länger werden und bog dann auf die Passstraße ab.

rechts abbiegen

Die ersten Kilometer schlängelte sich die Straße in vielen Kehren den Berg hoch. Die Steigung war mit sehr gleichmäßigen 6-7% auch noch gerade so gut fahrbar. Die üblichen kurzen Zwischenpausen standen aber in den Kehren auch immer mal wieder an.

Kehre am Gerlospass

Nach rund 4 km waren die Kehren zu Ende und es gab einen kleinen Parkplatz mit einer schönen Aussicht zurück ins Tal. Da traf ich dann auch die erste größere Gruppe von Motorradfahrern an.

Abschleppzone

Ab hier nervten dann öfter die Motorradfahrer, die sich sehr häufig wie kleine Rennfahrer benahmen. Die Steigung lag noch für weitere 4 km auf dem selben Niveau und flachte sich dann sehr deutlich ab. So deutlich, dass ich vorne wieder auf das große Blatt schalten konnte und auch 20 km/h und mehr kein Problem waren. Es gab ein paar kleine Ortschaften und nach der letzten wurde es wieder steiler und es ging vor der Staumauer hinauf zum Speicher Durlassboden. Die Steigung lag übrigens wieder bei noch ganz gut fahrbaren 6-7%. Oben am Speicher wurde es dann wieder flacher und ein wenig später kam ich an einem schön am See gelegenen Parkplatz mit Gastwirtschaft an. Dort gab es für mich ein Radler zur Stärkung.

Speicher Durlassboden

Radler

Das Flachstück war nicht allzu lang und nach dem Abzweig zur alten Straße hinunter ins Tal zog die Steigung nochmal auf die schon bekannten Werte an. Schließlich landete ich aber nach 30 km und 1050 hm am höchsten Punkt am großen Parkplatz direkt hinter der Mautstation. Fahrräder müssen übrigens nichts bezahlen.

Geradeaus ...

höchster Punkt des Gerlospasses

Nach einer Pause zur Nahrungsaufnahme ging es dann weiter. Nach ein paar Metern in der Abfahrt bot sich an einem Parkplatz ein spektakulärer Blick ins Salzachtal und auf die Krimmler Wasserfälle.

das Salzachtal im Pinzgau

Tour de Fer in front of the Krimml Waterfalls

Den Rest der Abfahrt fuhr ich dann schön durch. Diese Seite des Passes ist etwas kürzer und etwas steiler als die andere, aber nicht so schlimm, wie auf dem Schild oben zu sehen. Dank etlicher Kehren hat die auch richtig viel Spaß gemacht. Am Ende der Abfahrt kam ich am Eingang zu den Wasserfällen vorbei. Diese hatte ich aber schon letztes Jahr besucht. Daher fuhr ich weiter. Danach ging es dann auf den dort beginnenden Tauernradweg. Dieser führt zunächst auf geschotterter Strecke durch den Wald. Kurz nach dessen Beginn ereilte mich dort ein Platten am Hinterrad. Dieser begann wohl schleichend schon in der Abfahrt. Es fiel mir aber erst jetzt so wirklich auf, dass das Fahrgefühl da schon etwas schwammig war. Ich versuchte es erst nur mit Aufpumpen. Nach kurzer Zeit am Ende der Waldstrecke musste ich dann aber doch den Schlauch wechseln. Bei Faltreifen geht das ja aber zum Glück recht einfach und flott und mit meiner kleinen Pumpe kann man auch erstaunlich schnell den Reifen wieder voll bekommen. Danach konnte es dann weitergehen.

im Salzachtal

Zeitweise folgte ich auch der Beschilderung des Salzachradweges, da der Tauernradweg ein paar unnötige Schlenker macht und quartierte mich schließlich im Hollersbach beim schnuckeligen Dorfcamping ein. Mit der sehr netten Betreiberin hatte ich mich dort auch noch ein Weilchen unterhalten.

Ostalpen-Nordostitalien-Tour: Graubünden

zu Teil 1 geht es hier lang

Tag 2 – 24.06.2016
St. Moritz – Morteratsch via Maloja
57,2 km – 536 hm
Tageshöchstemperatur: 26°C

Mittags war ich dann schließlich in St. Moritz angekommen und ich suchte mir erstmal den nächstgelegenen Geldautomaten. Praktischerweise zeigte mir mein Navi einen im Bahnhof an, so dass das dann schnell erledigt war. Anschließend verpflegte ich mich beim nächsten Supermarkt. Es war alles deutlich teurer als in Deutschland, Frankreich oder Dänemark, aber das hatte ich ja erwartet. Und so lange würde ich ja auch nicht in der Schweiz sein, daß das groß was ausmachen würde. Danach konnte ich mich dann auch endlich auf den Weg zum ersten Ziel machen: den Malojapass. Dort entspringt in unmittelbarer Nähe der Inn, der Fluss, dem ich in den nächsten tagen meist folgen will. Dahin geht es auf gut ausgeschilderten, angenehm zu fahrenden Schotterwegen. Unterwegs mache ich noch eine Verpflegungspause neben ein paar Kühen (hier ausnahmsweise mal eingezäunt). Das letzte Stück muss ich dann noch ein Stück auf der „Passstraße“ fahren. Das ist aber unproblematisch, da der Verkehr nicht allzu stark war. Das Wort „Passstraße“ ist hier übrigens leicht übertrieben, da eine Steigung quasi nicht vorhanden ist, St. Moritz liegt ja auch schon auf 1800 m.

Chastè Crap da Sass

Malojapass

entlang des Silsersees

Nach den Beweisfotos ging es auf gleicher Strecke zurück und kurz hinter St. Moritz bog ich dann vom Innradweg ab in Richtung Pontresina. Damit befand ich mich dann auch schon auf dem Berninapass und damit auf dem ersten echten Hochgebirgspass meiner „Radtourenkarriere“ (der Maloja war ja wie erwähnt kein richtiger Pass). Heute sollte es aber nicht den ganzen Pass hinauf gehen, dafür war es auch schon ein wenig zu spät, sondern nur bis zum letzten Campingplatz in Morteratsch. Ich fuhr aber noch nicht auf der eigentlichen Passstraße, sondern auf einem geschotterten Radweg parallel dazu auf der anderen Seite des Flusses. Bis zum CP waren es rund 230 m Anstieg auf rund 10 km Strecke, also relativ flach.

Lej da Segl

Fahrradstrecke am Berninapass

mein Transportmittel während der Reise

Vorm Campingplatz gab es noch eine kleine Abfahrt. Dort suchte ich mir einen Platz im naturnahen Teil, der aber trotzdem nahe genug an den Sanitäranlagen war.

auf dem CP Morteratsch

Tag 3 – 25.06.2016
Morteratsch – Livigno & Pontresina – Zernez
80,1 km – 1042 hm
Tageshöchstemperatur: 22°C

Nach dem üblichen Müslifrühstück ging es dann morgens auf die richtige Berninapassstraße. Dort hatte ich nun noch 460 Höhenmeter verteilt auf 12 Kilometer zu bewältigen. Dass der Radweg endete war nicht schlimm, eigentlich war es sogar gut. Auf der geteerten Fahrbahn fuhr es sich nämlich angenehmer und der Verkehr war sehr gering. Auf den ersten Kilometern war es mit ca. 7% schon ein wenig steiler. Mit kleineren Pausen war das aber auch mit dem Gepäck (rund 22 kg inkl. Verpflegung, Wasser und Taschen) gut machbar. Danach wurde es dann mit 2,5% recht flach und damit auch zügig und ohne Pausen befahrbar.

vorbei am Morteratschgletscher

Auf halber Strecke gönnte ich mir dann noch eine nicht ganz preiswerte Seilbahnfahrt rauf zum Diavolezza. Dort hatte es ein paar Tage vorher nochmal kräftig geschneit, so dass man sich dort nur in der unmittelbaren Umgebung der Bergstation bewegen konnte. Die Aussicht war aber toll.

Piz Palü

Berninapass von oben

Die letzten 6 km ging es dann weiter konstant bergauf mit angenehmen 4%. Ein paar kleinere Rampen waren da auch noch bei, aber nichts wirklich schlimmes. Da habe ich dann meist nur angehalten, zum Fotografieren oder was zu trinken. Das zweite Frühstück gabs dann unterwegs auch noch. Nach zweieinhalb Stunden (Seilbahnausflug abgerechnet) war ich dann schließlich an der Passhöhe und damit an der höchsten von mir bisher mit dem Fahrrad befahrenen Stelle angekommen. Dort nahm ich ausnahmsweise mal das Angebot an, mich am Passschild fotografieren zu lassen.

kurze Pause am Berninapass

Passo del Bernina

Die Abfahrt war dann recht kurz und auch deutlich steiler als die Auffahrt. Durch die Kurven machte die auch schön Spass, war aber leider nach weniger als 10 Minuten schon wieder vorbei.

Abfahrt vom Bernina

Danach stand dann auf immerhin 2065 m üNN der Einstieg in den zweiten Pass des Tages an: die Forcola die Livigno. Der Pass ist nur 3,5 km lang, überwindet dabei aber immerhin 250 m Höhenunterschied, ist also deutlich steiler als der Bernina. Das erste Viertel lies sich noch ganz angenehm fahren bei ca. 5% Steigung. Die Straße war allerdings relativ schmal und der Verkehr deutlich mehr als am vorherigen Pass (Livigno ist zollfreies Gebiet). Die Landschaft in diesem Tal war deutlich anders als zuvor – schroff, aber ebenfalls wunderschön. Nach den ersten paar hundert Metern zog die Steigung dann deutlich an auf 9-11%. Da hieß es dann für mich viele, viele kleine Pausen zu machen. Den letzten Kilometer habe ich dann sogar geschoben. Das fand ich zu dem Zeitpunkt aber nicht schlimm und rückblickend hat sich da auch nichts dran geändert, Hauptsache man kommt oben an.

Almwirtschaft

im Val Laguné

Forcola di Livigno

Auf der Passhöhe begann dann meiner kleiner Ausflug in die Region Lombardia, also nach Italien. Die Abfahrt war hier mit ca. 11 Kilometern deutlich länger, bot keine Kurven und war auch deutlich weniger steil. Spaß hat sie aber trotzdem auch gemacht. Allerdings konnte ich von unterwegs schon die dunklen Wolken sehen und von der Passhöhe bis ins Tal stürzte die Temperatur um 4°C ab auf gerade mal noch 13°C. Schließlich legte ein heftiger Regenschauer los. Glücklicherweise kam ich kurz nach dem Beginn bei einer Tankstelle vorbei und stellte mich dort eine Weile unter.

Abfahrt Richtung Livigno

Als der Schauer etwas nachgelassen hatte, zog ich dann meine Regenklamotten über und fuhr die letzten runter in den Ort. In Livigno kaufte ich ich meine Tagesverpflegung und auch die für den nächsten Tag (=Sonntag) ein. Die etwas günstigeren Preise musste ich ja ausnutzen. Der Regen hatte inzwischen aufgehört und am Ende des Ortes machte ich an einer schön gelegenen Bank meine Mittagspause. Danach wollte ich dann am Stausee entlang zum Munt la Schera Tunnel fahren. Nach der Durchfahrt einer Galerie wurde ich (und auch alle anderen) an einem Parkplatz von der Polizei gestoppt. Die Zufahrt zum Tunnel war wegen eines Felssturzes gesperrt. Der einzige Weg aus dem Tal raus war damit genau die Strecke, die ich schon gefahren war. Ich musste also umdrehen und zurück fahren. Genau in dem Moment gab es ein paar sehr starke Windböen und der Himmel verdunkelte sich wieder. Ich konnte mich noch bis zu einer Tankstelle am Ortsrand retten, als ein schweres Gewitter los ging. Ich hatte wenig Lust, am gleichen Tag nochmal über die beiden Pässe zu fahren, sonderlich spät war es aber noch nicht. Ich fragte also an der Tankstelle, ob es eine Möglichkeit gäbe, per ÖPNV wieder zurück zu kommen. Das Personal dort bejahte das und erklärte mir, wo die zentrale Haltestelle ist.

Lago di Livigno

Das Gewitter hielt noch eine Zeit an. Als es nicht mehr so schlimm war, machte ich mich dann aber auf den Weg zur Bushaltestelle. Nach etwas Gesuche hatte ich diese dann auch gefunden und genau in dem Moment traf auch der Bus in Richtung Pontresina dort ein. Die Busse auf der Linie haben am Heck einen Träger, wo ein paar Fahrräder eingehängt werden können. Die Fahrt ist ziemlich teuer und das Fahrrad kostet nochmal so viel wie ein Erwachsener. Aber das war mir in dem Moment egal. Ich fuhr also mit dem Bus zurück nach Pontresina. Als wir über den Berninapass kamen, wurde das Wetter auch schlagartig besser. Es war zwar schon 16.00 Uhr, ich entschied aber, trotzdem die rund 35 km bis zu meinem ursprünglich geplanten Tagesziel Zernez noch zu fahren. Kurz hinter Pontresina ging wieder auf dem Innradweg lang. Landschaftlich war es weiterhin sehr schön. Der Weg war aber mit recht grobem Schotter belegt und es ging immer wieder auf und ab, tendenziell natürlich mehr abwärts. Die Abfahrten waren durchaus auch immer mal etwas steiler, was auf dem Schotter einiges fahrerisches Können erforderte. Dazu kamen dann immer noch die Stücke, wo das Schmelzwasser aus den höheren Lagen mitten über den Radweg floss. An diesen Stellen lag dann richtig grober, mit einem normalen Fahrrad nicht mehr befahrbarer Schotter. Meist gab es auch eine kleine Holzbrücke. Ein paar Mal habe ich mir aber trotzdem nasse Füsse geholt. Irgendwann hatte ich nicht mehr so richtig Lust, auf diesen Wegezustand. es war aber leider auch über sehr viele Kilometer nicht möglich, auf die Hauptstraße im Tal rüber zu wechseln, da der Radweg abgeschieden am Talrand lang geführt wird. Kurz vorm Tagesziel hatte ich dann aber doch noch eine Verbindung gefunden (GPS sei dank) und bin dann auf der am Samstag wenig befahrenen Hauptstraße bis zum Campingplatz am Ortsrand von Zernez gefahren. Im Nachinein würde ich jedem zur Benutzung der normalen Straße dort raten. Selbst mit etwas mehr Verkehr in der Woche wird es dort deutlich angenehmer zu radeln sein. Zudem sind dort auch ständig Rennräder unterwegs, so dass die meisten Autofahrer dort auf Radverkehr eingestellt sind.

Viadukt auf der Engadin Linie der Räthischen Bahn

Tag 4 – 26.06.2016
Zernez – Pfunds
63,4 km – 972 hm
Tageshöchstemperatur: 21°C

Am Morgen ging ich in Zernez erstmal ins Nationalparkhaus und guckte mir die Ausstellung dort an.

20160626-091403

Schneehase

Danach ging es dann wieder auf Schotter auf dem Innradweg weiter Stromabwärts, zunächst auch tatsächlich entlang des namensgebenden Flusses.

Zufluss zum Inn

schweizer Radwegschilder

Ab Lavin ging es dann aber vom Fluss weg und richtig bergauf. Auf meist geschotterten Straßen und mit zwei Baustellen, auf denen während des Sonntags natürlich die Arbeit ruhte, ging es dann hoch über dem Inn zum sehr schönen Bergdorf Guarda. In dem Dorf gibt es noch eine recht geschlossenes Ensemble von den früher für die Gegend sehr typischen Häusern.

Anfahrt auf Guarda

Schellenurslihaus

Gasse in Guarda

Nach einer kurzen Abfahrt ging es wieder bergauf zum nächsten typischen Dorf: Ardez.

Straße hoch über dem Inn

auf dem Weg nach Ardez

Dort ereilte mich dann mal wieder zum Mittag ein kräftiges Gewitter mit einem damit verbundenen Temperatursturz von 18 auf gerade mal 13°C. Ich wartete also an der zentralen Bushaltestelle im Ort ab und fuhr weiter, als es zwar noch regnete, aber nicht mehr so stark. In dem noch eine Weile anhaltenden Regen, befuhr ich dann die etwas längere und auch sehr schöne Abfahrt hinter dem Ort, wegen der Nässe aber etwas vorsichtiger. Zurück im Talgrund ging es dann wieder am Fluss entlang, zunächst auf einem separatem Schotterweg mit den im Engadin üblichen Hindernissen (s. o.) und ab dem Abzweig zum Reschenpass dann auf der Fahrbahn. Von da bis zur Grenze zu Österreich ist das Tal ziemlich schmal und daher kein Platz für einen extra Radweg. Schlimm war das aber nicht, auch hier war der Verkehr moderat und alle haben genug Rücksicht geübt.

Schutthalde

zwischen Martina und Altfinstermünz

In Österreich ging es dann nur noch wenige Kilometer weiter bis zum nächsten Campingplatz.

ein Radreiseneuling auf dem Weserradweg – Teil 2

Tag 4: Porta Westfalica – Bodenwerder
Trotz nächtlicher rein-aus-dem-Schlafsack-rein-in-den-Schlafsack-Wechselei wache ich morgens ausgeruht auf. Neben mir wird schon eingeräumt, aber die anderen Radler sind auch nicht viel weiter als ich. Zum Frühstück gibt es das übrig gebliebene Brötchen von gestern und den Rest Limo. Das Abbauen und einpacken geht dann recht flott. An der Rezeption muss ich noch etwas warten, bis meine Abrechnung erledigt wird (hier bezahlt man am hinterher). Um neun bin ich dann schließlich wieder unterwegs. Für heute habe ich mir eine Taktik mit mehreren Endpunkten zurecht gelegt, an der Oberweser gibt es ja reichlich CPs. Bad Oeynhausen hatte ich gestern aus fahrttechnischen Gründen links liegen gelassen, aber auch heute habe ich keinen Drang nochmal ein Stück zurück zu fahren. Kurz nach dem Start lande ich irgendwie auf einer etwas hügeligen Nebenroute. Das ist dann gleich am Morgen etwas anstrengender. Ich lande dann aber schlussendlich doch wieder auf der normalen Strecke und fahre gemütlich meist etwas weg von der Weser lang, aber manchmal sehe ich auch das Wasser. Als ich in Rinteln einrolle ist die perfekte Zeit für ein zweites Frühstück. Inzwischen kommen mir auf der Strecke auch reichlich Radler entgegen. Am Anfang der Fußgängerzone ist auch gleich ein Bäcker. Bei dem versorge ich mich mit Kakao und einem Apfelberliner und verschlinge beides genussvoll auf einer der zahlreichen Sitzgelegenheiten in der Nähe. Anschließend schiebe ich mein Rad noch etwas durch die schöne Altstadt. Man darf dort zwar auch mit dem Rad fahren, aber es ist schon recht viel los dort und zum Fotografieren ist auch praktischer, wenn man nicht ständig absteigen muss.

Auf dem folgenden Stück kommt man auch wieder sehr häufig direkt ans Wasser, was mich sehr freut. Hessisch Oldendorf (welches nicht in Hessen liegt) lasse ich links liegen und lande schließlich an der Stiftskirche in Fischbeck.

Da es 12.30 Uhr ist gehe ich in das direkt danebengelegene Café. Ich will ja nicht schon wieder zu spät essen. Heute bestelle ich mir ein paar Nudeln. Diese laufen unter kleine Gerichte, stellen sich dann später aber als normal große Portion heraus. Nachdem ich bestellt hatte, fallen mir diverse auf der Karte genannte Zusatzstoffe auf. Bei meinem bestellten Gericht stehen zwar keine, aber mir schwant böses, was die Kochkünste in dem Laden angeht. Die Befürchtungen bestätigen sich leider. Es schmeckt sehr nach irgendeinem Fix-Produkt. Dabei ist es doch so einfach, eine Bolognese ohne den Quatsch zu kochen. Nach der kulinarischen Enttäuschung fahre ich weiter ins nicht weit entfernte Hameln, auch wieder zum großen Teil am Wasser. Dort fallen mir die Fahrradboxen auf. Nur nützen die mir nichts, da ich kein Bügelschloss dabei habe. Nach etwas Geschiebe mache ich schließlich das gleiche wie die meisten anderen Radtouristen. Ich stelle meine Fuhre einfach an einem geeigneten belebten Platz ab. An dem schweren Ding wird sich schon keiner vergreifen. So flaniere ich also ganz entspannt durch die schönste Stadt dieser Tour. Am Ende genehmige ich mir dann schließlich einen Eiskaffee und decke mich mit Vorräten ein. Dabei fällt mir auf, dass die Preise für Eis hier doch eine ganze Ecke niedriger sind als bei mir zu Hause in Oldenburg.

Nach der längeren Pause am frühen Nachmittag fahre ich schließlich weiter. Der Tag ist noch jung und ich fühle mich gut, also wird es wohl der übernächste oder sogar erst der überübernächste CP werden. Die folgende Strecke ist echt schön. Sie führt sehr viel am Wasser entlang und die Berge kommen auch immer näher. Nach einer Weile komme ich schließlich am AKW Grohnde vorbei.

Etwas weiter komme ich auch mitten durch einen der in Erwägung gezogenen CPs. Aber ich fühle mich noch fit, der Platz sieht nicht besonders toll aus und weniger als 3 km vom AKW nächtigen muss ja auch nicht sein. Am Ende lande ich dann schließlich auf dem Campingplatz am Ende von Bodenwerder. Der liegt sehr schön direkt an der Weser. Man kann sich für sein Zelt einfach irgendeinen freien Platz suchen. Ich entschiede mich für einen zwischen einer kleinen Kirsche und einem anderen Radler. Mit den gegenüberliegenden (Dauer?-)Campern entsteht auch gleich ein nettes Gespräch. Der Zeltaufbau läuft heute noch etwas flotter und auch etwas perfekter als gestern. Auf diesem Platz sind auch wieder viele Radler.
Ich gehe danach zunächst einmal am Kiosk / an der Gaststätte was trinken. Sitzen kann man da nur draußen oder in Pavillons, aber das stört bei dem Wetter ja kein Bisschen. Schließlich ist es auch Zeit zu duschen. Der Spaß läuft hier über Marken und kostet €1 für 10 Minuten. Für mich reicht die Zeit. Am Abend habe ich noch weniger Hunger als gestern und esse zunächst gar nichts. Ich setzte mich ans Wasser und komme mit dem neben mir campierenden Radler ins Gespräch. Der ist schon sehr erfahren und schafft auch Kilometerleistungen, von denen ich nur träumen kann. Wir unterhalten uns sehr lange über meine Ansätze und seinen Erfahrungsschatz. Als die Sonne weg ist, begeben in unsere Zelte. Mir fällt da noch auf, dass meine Wäsche leider noch sehr feucht ist. Durch einen direkt gegenüberliegenden Berg liegt der CP nämlich sehr früh im Schatten. Jetzt habe ich doch noch etwas Hunger und esse zwei Müsliriegel und trinke einen halben Liter Milch.

Tagesstrecke: 81 km
Fahrtzeit: 4:42 h
Wetter: heiß, sonnig, Gegenwind
Pannen: 0
Übernachtungskosten: €11,00 (Campingplatz an der Himmelpforte)

Tag 5: Bodenwerder – Oedelsheim
Morgens ist es ziemlich bewölkt und die Wäsche ist natürlich auch nicht trockener geworden. Zum Frühstück gibt es eine ordentliche Portion von dem seit Oldenburg mitgeschleppten Müsli (muss ja auch mal weg) und den anderen halben Liter Milch (ebenfalls seit OL an Bord).

Abbauen und einräumen geht wieder recht schnell. Diesmal muss ich auch nicht lange an der Rezeption rumstehen, habe ja schon gestern bezahlt. Zeitlich ist wieder alles ähnlich wie an den vorherigen Tagen. Allerdings ist es recht kühl, so dass ich nach gut einer halben Stunde anhalte und mir ein Unterhemd unterziehe. Irgendwie läuft es auch etwas zäher und ich sehne mich nach der Hitze der letzten Tage. Beim Umziehen hat sich dann auch noch ein nettes Gespräch mit einem Elektroradler-Paar ergeben.

Pünktlich zum zweiten Frühstück lande ich in Holzminden. Die Stadt sagt mir trotz einiger Fachwerkbauten nicht sonderlich zu und so hole ich mir sogleich bei einem Bäcker am Markt wieder eine ähnliche Verpflegung wie gestern und konsumiere diese draußen auf Stühlen von denen. Nach der kleinen Enttäuschung fahre ich schnell weiter immer direkt am Fluss entlang zum nicht weit entfernten Kloster Corvey. Dieses entschädigt dann gleich wieder.

Weiter geht es auf einem promenadenartig ausgebauten Weg ins Nahe Höxter. Dort fahre ich rauf in die erhöht gelegene Altstadt. Aber diese ist auch nicht viel attraktiver als die von Holzminden.

Also geht es auch hier bald weiter, wiederum immer sehr flussnah. Mittags komme ich am Fährhaus in Wehrden an und kehre dort zum Essen ein. Die Karte ist recht rustikal. Aber das Essen, in meinem Fall Ofenkartoffel mit Matjes und Salat, ist frisch zubereitet und richtig lecker. Also das genaue Gegenteil im Vergleich zu gestern. Nach einer ausgiebigen Pause fahre ich weiter nach Beverungen. Dort Ort ist wieder ganz nett, allerdings auch völlig tot.

Vorbei am nächsten AKW, diesmal allerdings einem stillgelegten, geht es Richtung Bad Karlshafen. In Herstelle nutze ich weder die Brücke noch die Fähre und lande dadurch schließlich auf dem Radweg an der stark befahrenen Bundesstraße. Als ich nach Hessen rein komme, fällt mir dann gleich auf, daß die Beschilderung des Weserradweges fehlt. Es gibt nur die Bundeslandeigenen. (Dies wird leider auch im gesamten hessischen Abschnitt so bleiben.) In Bad Karlshafen schaue ich mich wieder ein wenig um und mache Pause in einem Eiskaffee. Dabei fällt mir auf, dass die Preise hier wieder noch ein Stück niedriger sind.

Nach der Pause suche einen Markt, um mich zu versorgen. Ich sehe am anderen Flussufer auf einer Anhöhe ein paar Hinweisschilder und radle da hinauf. Als ich aus dem Markt hinaus komme, fängt es gerade an zu donnern und zu blitzen und wenig später setzt auch schon der Regen ein. Ich warte unter dem Unterstand, unter dem ich mein Rad zum Einkaufen geparkt hatte und komme kurz mit einem radelnden Paar aus den Niederlanden ins Gespräch. Das Paar fährt schließlich weiter trotz Gewitter und ich überlege, ob ich auf den direkt am Markt gelegenen Campingplatz gehe. Das Gewitter scheint nicht näher zu kommen und ich entscheide mich, weiter zu fahren. Ich streife also die Regenjacke über und rase dank Rückenwind (der erste der ganzen Tour) und Gefälle mit hoher Geschwindigkeit durch den Regen. An der kurzen Extremsteigung in Gewissenruh steige ich dann mal ausnahmsweise ab und schiebe den Berg hoch. Oben angekommen denke ich aber, dass ich das wohl doch geschafft hätte. In Gieselwerder ist das Gewitter doch wieder recht nahe und ich nutze einen größeren Unterstand, an dem sich schon einige einheimische Radler versammelt haben. Ich denke wieder darüber nach, den Campingplatz vor Ort anzusteuern oder aber den nächsten, 4 km weiter. Im Gespräch mit den anwesenden erfahre ich schließlich, dass der in Oedelsheim wohl gut sein soll und fahre, als das Gewitter nachlässt, im Regen weiter. Am Ortseingang finde ich dann sogleich den direkt am Weg gelegenen CP. Der sieht tatsächlich gut aus und der nächste wäre dann auch erst 15 km entfernt. Auch hier wird gleich bei Anmeldung bezahlt und mir wird dann eine der drei Zeltwiesen zugewiesen. Ich darf hier direkt am Wasser campieren und habe auch noch Bank und Tisch nebenan. Da es noch regnet warte ich erst mal etwas ab und nach kurzer Zeit tröpfelt es nur noch und ich mache mich an das Aufbauen. Die anderen ankommenden Radler werden komischerweise auf andere Teile des Platzes geschickt. Aber ich komme noch mit anderen Campern dort ins Gespräch.

Tagesstrecke: 88 km
Fahrtzeit: 4:34 h
Wetter: warm, bewölkt, Gewitter, meist Gegenwind
Pannen: 0
Übernachtungskosten: €11,00 (Campen am Fluss)

Tag 6: Oedelsheim – Hann. Münden
Der Tag beginnt nebelig und damit auch etwas kühl. Das Morgenritual habe ich inzwischen gut drauf und fahre wie in den Tagen zuvor los. Die Strecke heute Morgen erweist als sehr hügelig. Auf dem relativ kurzen Stück nach Hann. Münden sammle ich mehr Höhenmeter als in allen Tagen zuvor zusammen. Aber es geht auch immer wieder steil hinab, wo ich dann richtig schnell werde. Auch scheint es mir, als wenn es in der Gegenrichtung noch etwas anspruchsvoller wäre. An einem starken Gefälle steht auch ein Schild, dass Radfahrer absteigen sollen. Ich komme dem nach und schiebe mein Rad hinunter. Unten erweist sich das als durchaus richtig. Der Abhang endet nämlich in einer sehr rutschigen Kurve. Ein paar Kilometer und Hügel weiter begegne ich einer Familie, die teilweise auf Hollandrädern unterwegs ist und denke mir, dass die bestimmt noch ihren Spaß haben werden. In Hann. Münden angekommen will ich erst mal zum Weserstein. Die Wegführung dahin erweist sich als etwas umständlich und auch teilweise nicht gerade verkehrsarm. Aber gut ausgeschildert ist sie.

Danach betrachte ich mir noch die schöne Altstadt und genehmige mir wieder ein zweites Frühstück bei einem Bäcker.

Am Mittag begebe ich mich dann zum Bahnhof und trete die Bahnreise nach Oldenburg mit Umstiegen in Göttingen und Hannover an. Zuvor kämpfe ich aber noch mit dem Fahrkartenautomaten. Der steht nämlich genau so in der Sonne, dass man das Display nur schwer ablesen kann.

Tagesstrecke: 30 km
Fahrtzeit: 1:48 h
Wetter: warm, Gegenwind
Pannen: 0
Fahrtkosten: €27,00 (Niedersachsenticket + Fahrradkarte)

Gesamtfazit:
Nachdem ich mir am dritten Tag dann endlich einen guten Tagesrhythmus zurecht gelegt hatte, lief es sehr gut. Ich weiß jetzt, wie man so was am besten angeht. Das Zelten war auch gut, ich fand es sogar besser als im Zimmer. Es ist luftiger und passt irgendwie besser zum Reiseansatz. Aber ich will da auch nicht zu dogmatisch werden. Es kann ja auch mal das Wetter richtig mies sein. Insgesamt war mir die Reise allerdings auch etwas zu kurz. Ich hätte wohl noch ein paar Tage länger fahren können. Aber ohne Vorbereitung wollte ich das auch nicht wagen. Zudem hat das Rad auch noch einen Werkstatttermin. Es hat sich auch bestätigt, was ich im Prinzip schon wusste: Große Hitze macht mir nichts aus. Ganz im Gegenteil, mein Körper, vor allem die Muskulatur, ist ab 25°C aufwärts erst so richtig zufrieden. Ich habe mich und meinen Körper auch mal so richtig kennen gelernt. Außerdem konnte ich sehr gut abschalten und den Alltag hinter mir lassen, viel besser als zu Hause.
Der Weserradweg hat sich als sehr gute Wahl für einen blutigen Anfänger wie mich herausgestellt. Er ist sehr gut ausgebaut und beschildert. Es gibt auch reichlich Gaststätten, Bäckereien und Einkaufsmöglichkeiten. Man begegnet vielen anderen Radreisenden, mit denen man sich dann austauschen kann. Die kleinen Steigungen waren für mich schon sehr ungewohnt, aber nichts, was man nicht mit einem vernünftigen Rad bewältigen kann. Der Gegenwind hat mir zwar nicht viel ausgemacht, er war ja auch nicht sonderlich stark. Allerdings sollte man bei solchen hochsommerlichen Wetterlagen doch lieber flussabwärts fahren. Der Wind weht dann nämlich immer aus südlichen Richtungen (was mir dann am zweiten Tag auch eingefallen ist). Der Blick auf die Berge flussaufwärts war aber was Schönes.
An Ausrüstung habe ich ein klein wenig zu viel mitgenommen. Ich hatte mich aber auch darauf eingestellt, dass es eventuell kälter oder regnerischer wird. So richtig viel zu viel habe ich jedenfalls nicht mitgenommen. Gefehlt hat auch kaum was. Da hat sich das Informieren doch ganz gut bezahlt gemacht.

ein Radreiseneuling auf dem Weserradweg – Teil 1

Dauer: 6 Tage
Zeitraum: 20.7.2013 bis 25.7.2013
Entfernung: 452 Kilometer
Bereiste Länder: Deutschland
Externe URL: Album bei Google

Das Vorgeplänkel:
In diesem Jahr hatte es sich bei mir festgesetzt, dass ich auch mal eine Radreise unternehmen möchte. Bisher hatte ich nur Tagestouren mit einer maximalen Streckenlänge von 65 km im extrem platten Terrain hier unternommen und auch nur selten mal zwei Tage in Folge. Also habe ich das Internet durchforstet nach Informationen, vor allem das Radreise-Wiki und dieses Forum. Für den Anfang sollte es etwas sein, was nicht allzu weit von zu Hause entfernt ist und etwas, von dem man wenn es nicht gut klappt, schnell mal mit dem Zug wieder zurück reisen kann. Die Wahl viel dann schließlich auf den Weserradweg, und zwar flussaufwärts ab Bremen. Dafür habe ich mir dann auch noch den Bikeline-Führer besorgt. Gezeltet habe ich seit meiner Jugend nicht mehr und die ist ja auch schon ein Weilchen her, aber ich habe mir dann ein Zelt von einem Bekannten geliehen. Der war auch schon öfter mal auf Radreise mit seiner Familie und hat daher auch ein kleines leichtes von Wechsel. Bei dem anderen Equipment brauchte ich nur wenig aufrüsten, vieles hatte ich schon, auch leichte, schnell trocknende Funktionsbekleidung. Kochen wollte ich nicht, die Strecke ist dicht genug besiedelt und touristisch erschlossen, dass es genug Einkaufsmöglichkeiten gibt und nicht allzu teure Möglichkeiten für eine warme Mahlzeit. Also habe ich dann alles was mir wichtig schien eingepackt. Das hat dann auch alles gut in meine Backroller und mein Rackpack gepasst. Das Gewicht habe ich nicht gewogen, aber es war schon recht ordentlich.

Tag 1: Oldenburg – Daverden
Für den ersten Tag hatte ich gleich ein festes Ziel, nämlich den Besuch bei meinem Vater in meinem alten Heimatdorf. Außerdem gibt es keinen durchgängig beschilderten Radfernweg auf der Route. Ich wollte zudem ab Bremen auf dem Weserradweg einsteigen, so dass ein kleiner Umweg von ca. 10 km auch noch sein musste. Also habe ich mir per GPSies mit Hilfe der OCM eine Route von knapp 94 km gebastelt und mich dann von meinem Handy mit OSMand navigieren lassen.
Morgens um 9.00 Uhr war das Rad schließlich bepackt und ich fahre bei etwas kühler Witterung erst auf einer ruhigen Nebenstrecke durch die fast leere Stadt. Beim Anblick des Verkehres in der Innenstadt denke ich mir dann, dass ich auch an der Hauptstraße hätte fahren können. Da fallen mir dann aber auf dem weiteren Weg die Bordsteinabsenkungen ein, da ich hier einige überwinden muss. Das schwere Rad ist anfangs recht ungewohnt, vor allem in Kurven, fährt sich aber sehr stabil und das Mehrgewicht merke ich nur beim Anfahren. Unterwegs merke ich dann, dass ich nicht immer eine gute Wahl getroffen habe, was die Wege angeht. Einige erweisen sich als schmale Waldwege oder recht holprige Feldwege entlang eines Kanals.

Kurz vor Hude gibt es den verzeichneten Weg durch ein Waldstück dann zur Krönung gar nicht und ich umfahre den Wald dann auf dem Radweg an der Hauptstraße. Unterwegs sind mir hier und da auch Hinweisschilder auf den Radfernweg Groningen-Oldenburg-Bremen begegnet. Westlich von Oldenburg sind die mir noch nie begegnet. Trotz aller Widrigkeiten komme ich dann aber gut in Hude an und gucke mir dort kurz die Klosterruine an. (Ich hätte natürlich ab dem Oldenburger Stadtrand auch der Radweg-Beschilderung Richtung Hude folgen können, aber ich bin ja manchmal auch Stur, wenn ich mir was ausgedacht habe.) Zwischendurch ist es angenehm warm geworden, so dass ich etwas Kleidung ablege.

Hinter Hude wird die Strecke dann auch ein klein wenig welliger, aber nichts, was mich vor Probleme stellt. Da die Ortsdurchfahrt von Delmenhorst echt gruselig ist, hatte ich mir eine Umgehung am nördlichen Rand ausgedacht. Mit der habe ich einen Volltreffer gelandet. Es geht durch einige nette kleine Dörfer und auf guten Wegen durch ein paar Wälder. Hier macht es richtig Spaß zu fahren. Das Stück durch Bremen dann ist nicht sonderlich schön. In Huchting geht es noch einigermaßen, aber ich fahre halt weite Strecken entlang einer Hauptstraße. In Grolland wird dann zwar der Verkehr weniger, aber dafür ist es dank Gewerbegebieten und schlechter Wege deutlich schlimmer zu fahren. Hier bemerke ich dann ein kratzendes Geräusch hinten, kann das zunächst aber nicht genauer lokalisieren. Etwas später weiß ich dann, was es ist, als sich der Gepäckträger nach hinten verabschiedet. Ich lade also das ganze Gepäck ab und gucke mir das Problem genauer an. Die Muttern am Gespänge zum Rahmen haben sich gelöst und ich habe natürlich genau den dazu passenden Maulschlüssel nicht dabei. Ich versuche den Gepäckträger also wieder raufzuschieben und zumindest noch etwas weiter zu kommen. Nach wenigen 100 Metern rutscht er aber wieder ab. Genervt lade ich also wieder ab und schiebe das Ding wieder rauf. Diesmal aber mit deutlich mehr Schmackes, so dass er auch deutlich stärker klemmt. Am Mittag erreiche ich schließlich das Zentrum von Bremen und mache auf der Weserpromenade meine Mittagspause mit Broten, die ich mir morgens zu Hause noch geschmiert hatte. Ich überlege mir, ob ich nicht noch einen Fahrradschrauber aufsuchen soll und suche mir schon mal einen per Schlaufon raus. Da sich das Teil aber auf den letzten paar Kilometern nicht mehr bewegt hat, bin ich mutig und fahre so weiter.

Als ich weiter fahre, fällt mit dann nach ein paar Metern schlagartig ein, dass samstags ja immer Flohmarkt auf der Promenade ist. Ich steige als ab und schiebe etwas Missmutig mein Rad durch die Menschenmassen. Nachdem ich oben auf der Rampe hoch von der Promenade ankomme, kann ich auch endlich wieder aufsteigen und nach einem kurzen Stück über die Erdbeerbrücke wieder die linke Weserseite erreichen. Danach dann noch über die Ampel und dann bin ich endlich wieder auf einem Radweg abseits der Straße. Hier fährt es sich dann richtig toll auf dem Deich an der Weser auf tollem Untergrund und mit tollem Ausblick. Zwischendurch bin ich nur einmal kurz verwirrt, als wegen wenigen Metern Feinschotter ein Hinweisschild auf schlechte Wegstrecke auftaucht. Bei uns in Oldenburg sind die Feinschotterwege normal und auch in keinem so guten Zustand wie dort und dafür werden nicht extra solche Schilder aufgestellt.
Als ich Bremen verlasse fällt mir dann zum ersten Mal so richtig der Gegenwind auf. Was ich noch nicht weiß, aber ahne: Dieser wird mein ständiger Begleiter auf der ganzen Tour werden. Hier fahre ich dann längere Zeit hinter dem Deich lang, bis die Strecke schließlich kurze Zeit später nicht mehr jede Flusswindung mitmacht und sich etwas weiter von diesem entfernt. So richtig schön ist der größte Teil dieser Strecke allerdings nicht, man entgeht auch nicht immer dem Verkehr. Als ich Thedinghausen erreiche merke ich dann auch inzwischen die bisher geleistete Strecke und mache am Erbhof nochmal wieder etwas länger Pause.

Es sind allerdings keine 20 km mehr bis zum Tagesziel, so dass ich dann auch bald weiter fahre. Den Schlenker des Weserradweges über Achim und Verden hatte ich schon von vornherein nicht eingeplant. Da ich in der Gegend aufgewachsen bin, kenne ich das ja alles in und auswendig. Ich fahre also eine Abkürzung und nicht in Achim, sondern erst eine Brücke weiter in Intschede über die Weser. Außerdem ist der Aufstieg die Geestkante hoch nach Achim schon ziemlich steil und auch länger als der von mir angepeilte. An der Abzweigung nach Achim denke ich dann, dass das wohl grundsätzlich eine gute Wahl war, die Brücke ist nämlich gesperrt wegen Baumaßnahmen um den Übergang hochwassersicher zu machen und an den Schildern kann man kann man nicht erkennen, ob Fahrräder die Strecke passieren können. (Am nächsten Tag erfahre ich dann, dass man mit dem Rad da lang kommt.) Etwa 15 km vorm Ziel geht es mir dann richtig schlecht und ich schleppe mich nur noch langsam voran. Auch die zusätzlichen Pausen zur Flüssigkeitszufuhr (mache normalerweise alle 30 Min. eine Trinkpause) ändern da nicht viel dran und an den Süßkram in meinen Taschen denke ich komischerweise nicht. Netterweise gibt es hier auch kilometerweit überhaupt keinen Schatten. Bis zur einspurigen Brücke und auf diese hinauf quäle ich mich dann irgendwie. Die Pause dort oben wegen roter Ampel kommt mir dann wie gerufen. Als diese umspringt auf grün lasse ich erst mal die vielen Autos vorbei (die andere Brücke ist ja gesperrt) und halte dann noch etwas den Gegenverkehr auf. Die Abfahrt ist leider sehr kurz und danach folgt gleich wieder ein Aufstieg zur nächsten Brück über einen Kanal. Der Anstieg geht noch einigermaßen, aber das schlimmste steht mir ja noch direkt am Schluss bevor: Der kurze, aber knackige Anstieg hinauf ins Dorf. Bei dem bin ich dann schon so fertig, dass ich vorne aufs kleine Blatt gehen muss. Oben angekommen rolle ich dann die letzten paar hundert Meter zu meinem Tagesziel. Dort bin ich dann froh, dass ich gleich gut versorgt werde mit Zuckerbrühe, einer Dusche und später mit einem ordentlichen Abendbrot. Das ist halt der Vorteil, wenn man einen seiner nächsten Verwandten besucht.

Tagesstrecke: 98 km
Fahrtzeit: irgendwas knapp über 5:30 h (hatte kein Tracking aktiv und das nicht vom Tacho abgeschrieben)
Wetter: heiß, sonnig, teilweise Gegenwind
Pannen: 2 (Gebäckträger)
Übernachtungskosten: €0,00 (Verwandtschaft)

Tag 2: Daverden – Nienburg
Da gestern die Strecke ja doch etwas zu lang für mich war, habe ich mir dann für diesen nur ca. 60 km bis Nienburg vorgenommen. Außerdem ist ja Sonntag und da ich bei meinem Vater übernachtet habe, will ich ja auch gemütlich mit denen frühstücken. Nach dem Frühstück repariere ich dann noch vernünftig meinen Gepäckträger (der übrigens auf dem Restweg gestern gut gehalten hat). Die beiden Haltemuttern waren doch sehr lose. Den passenden Maulschlüssel nehme ich zur Sicherheit mit. Mein Vater hat da eh noch zwei weitere von. Um 11.00 Uhr sitze ich dann schließlich auf dem Rad. Heute will ich dann auch nur auf dem Weserradweg fahren und mich an den Schildern orientieren. Das Navi aktiviere ich also nicht, dafür aber das Tracking. Zunächst nehme ich aber eine kleine Abkürzung über Intschede und Amedorf. Nach Verden muss ich nicht, da bin ich schließlich 7 Jahre zur Schule gegangen und ich spare so rund 5 km. Ich rolle also gleich am Anfang den Abhang hinunter, auf den ich mich gestern Nachmittag herauf gequält hatte. Das macht dann doch gleich mehr Spaß. Auf der Brücke ist am Sonntagmorgen auch deutlich weniger los, so dass ich heute da kein Verkehrshindernis darstelle. Ab Oiste bin ich dann auch auf dem regulären Weserradweg und auch in richtig unbekanntem Terrain, südlich davon war ich nämlich noch nie mit dem Fahrrad. Über die Dörfer rollt es sich auf kleinen Nebenstraßen angenehm dahin. Die Beschilderung des Weserradweges ist hier wirklich hervorragend, nie kommen irgendwelche Fragen auf, wo man denn hin müsste. Schatten ist in der Marschlandschaft leider wieder Mangelware. Der Gegenwind ist auch wieder da, stört aber nicht sehr stark.

Zur Mittagszeit bin ich in Hoya. Als ich dort an einem Schild ‚Fahrradrastplatz‘ vorbei komme, entscheide ich mich dort anzuhalten und mein Mittag einzunehmen, mein wieder am Morgen geschmiertes Brot. Dort begegnet mir auch die erste nennenswerte Zahl an Reiseradlern auf der Tour. Der Rastplatz gehört zu einem Eiscafé und liegt etwas erhöht direkt an der Weser. Ein Sonnensegel bringt auch etwas Schatten in der Mittagssonne. Endlich kann ich den Fluss auf mal etwas betrachten. Es tuckern ein paar Binnenschiffe vorbei und ich habe direkten Blick auf das Schloss.

Diesmal mache ich auch etwas länger Pause. Danach geht es dann quer durch Hoya unter anderem an der Hauptstraße entlang. Hinter dem Ort geht es aber wieder über sehr ruhige Nebenstraßen. Nur wenige Kilometer weiter mache ich in Bücken die nächste kleine Pause. In die Kirche komme ich allerdings nicht rein, wegen Renovierung geschlossen.

Im Weiteren geht es dann ähnlich weiter mit wenig Schatten, vielen Feldern und Wiesen und nur ganz selten so nah an die Weser ran, dass man sie erahnen kann. Ab Sebbenhausen geht es dann entlang eines Schleusenkanals. Die Streckenqualität ist da leider nur mäßig, es geht ein paar Mal an Straßen leicht auf und ab und die Auf- und Abfahrten sind mit grobem Kopfsteinpflaster versehen. In Marklohe lotst einen die Beschilderung dann einmal quer durch das ganze Dorf. Das fällt mir aber erst beim Blick auf die Karte auf. Die benötige ich nämlich, da am Ende des Dorfes plötzlich die Beschilderung des Weserradweges fehlt. Ich finde dann aber den richtigen Weg und etwas weiter ist dann zumindest Nienburg ausgeschildert. Jetzt geht es über geschotterte Wege mit vielen Abzweigungen durch die Felder und Wiesen. Landschaftlich nicht sonderlich spektakulär, aber doch etwas schöner als vorher. Irgendwann geht es dann in einen Wald. Dort ist es wirklich schön und auch trotz Waldweg gut zu fahren. Ich bin dann auch endlich mal wieder an der Weser gelandet. Als ich an der ersten Weserbrücke dann Nienburg erreiche, ist auch endlich wieder der Weserradweg ausgeschildert. Nach wenigen gewerblichen Gebäuden erreiche ich dann die Innenstadt von Nienburg. Es ist mitten am Nachmittag also entscheide ich mich in ein Café zu gehen. Direkt vor der Fußgängerzone lockt mich ein nett aussehendes, unter vielen Bäumen gelegenes und ich genehmige mir dort ein Eis und ein Malzbier. Ich rolle dann noch durch die schöne Altstadt zum direkt am Weserradweg gelegenen Naturfreundehaus. Ich hatte ursprünglich vorgehabt, dort mein Zelt aufzuschlagen. Aber als ich dann von den sehr günstigen Preisen höre entschiede ich mich spontan ein Zimmer zu nehmen und auch das Frühstück. Frisch geduscht fahre ich dann am Abend noch mal in die Stadt rein um noch ein Fotos zu machen und auch was zu essen. Als ich den Hinweis zum großen gelben M sehe, entscheide ich mich da hinzufahren. Am Naturfreundehaus ist der UMTS-Empfang sehr schlecht und beim M gibt’s ja schließlich WLAN. Das erweist sich jedoch als Trugschluss, trotz Hotspot-Hinweis-Aufklebern findet mein Tablett dort kein WLAN. Aber immerhin ist dort der UMTS-Empfang ganz ordentlich. Am Ende des Tages sitze ich noch draußen auf der Terrasse des Naturfreundehauses und plane meine Strecke für morgen. Ich fühle mich heute Abend auch richtig gut. Dort komme ich dann noch ins Gespräch mit einem anderen Radreisenden, der mit seinem Sohn unterwegs ist. Überhaupt sind sehr viele Radreisende dort. So klingt der Abend nett aus.

Tagesstrecke: 68 km
Fahrtzeit: 3:45 h
Wetter: heiß, sonnig, Gegenwind
Pannen: 0
Übernachtungskosten: €21,00 inkl. Frühstück (Naturfreudehaus Nienburg)

Tag 3: Nienburg – Porta Westfalica
Heute geht es deutlich früher los. Beim offiziellen Frühstücksbeginn um 8.00 Uhr bin ich dann auch unten und um 9:15 Uhr sitze ich dann auch schließlich auf dem Rad. Nach den Erfahrungen der letzten beiden Tage habe ich mir vorsichtig vorgenommen, bis Minden zu kommen und dann mal zu gucken, ob es noch weiter geht. Allerdings gibt es zwischen Petershagen und Porta auf ca. 30 km keinen Campingplatz und bis zu ersterem ist es mir mit rund 50 km die Strecke doch deutlich zu kurz. Da wäre ich dann ja schon mittags. Ich bin schnell aus Nienburg raus, allerdings auch gleich wieder recht weit von der Weser weg. Ich rolle wieder auf flacher Strecke an Wiesen und Feldern (hier viel Spargel) vorbei und auch mal durch kleinere Waldstücke und kleine Dörfer. Alles aber weiterhin recht unspektakulär. In Leeseringen lege ich dann eine kleine Ehrenrunde ein, weil der Weserradweg an einer Kreuzung mehrfach ausgeschildert ist und ich zu blöd bin auf die normalen Fahrradwegweiser zu gucken. In Estorf gucke ich mir dann noch kurz das historische Scheunenviertel an. Kulturhistorisch wohl etwas Besonderes, aber architektonisch entspricht das dem üblichen Stil für Scheunen an der Mittelweser (zur Erinnerung: Ich bin an der Mittelweser aufgewachsen).

Auf das ehemalige Kloster Schinna habe ich keine Lust und fahre nicht in den Ort hinein sondern weiter auf der Hauptroute des Weserradweges. Der Umweg wäre allerding nur sehr klein gewesen. Unterwegs komme ich der Weser sogar ein paar Mal recht nahe. Allerdings muss ich auf der Rückseite des Deiches bleiben. Dort gibt es dann öfter mal Windschatten. Dummerweise fällt da dann auch die leichte Kühlung des Windes weg. Dann doch lieber wieder den Gegenwind. So stark ist der dann ja auch nicht und als Norddeutscher ist man den eh gewöhnt. Am Ortsrand von Schlüsselburg gibt es dann das nächste Scheunenviertel. Aber das ist dem vorherigen natürlich sehr ähnlich.

Was mir auf dem Weg heute vor allem auffällt, sind viele Kieswerke und Kraftwerke. Einmal geht es sogar direkt unter den röhrenden Förderbändern hindurch. Petershagen ist dann schließlich der nächste erwähnenswerte Ort. Dort ist es tatsächlich ganz nett und es ist auch zumindest ein bisschen was los. Ich gucke auf die Uhr. Es ist kurz vor zwölf und ich denke mir, dass ich dann wohl in Minden Mittag essen könnte. Die 20 km sind ja in einer Stunde zu schaffen.

Kurz hinter Petershagen komme ich dann endlich mal wieder richtig an die Weser. Die Strecke verläuft dort über mehrere Kilometer bis zum Wasserstraßenkreuz direkt am Wasser. Das ist wirklich sehr schön zu fahren dort. Kurz vor Minden bekomme ich dann allerdings dann noch einen kleinen Hungerast. Morgen werde ich dann also früher essen. Aber nun hat es keinen Zweck mehr. Es gibt es in der Stadt wieder was zu futtern und so fahre ich mit etwas verminderter Kraft bis da hin. Dort stelle ich mein Fahrrad in die Tiefgarage am Dom und darf mein Gepäck beim Aufsichtspersonal lagern. In der Stadt dauert es natürlich etwas, bis ich was gefunden habe, wo ich was essen möchte. Ich esse schließlich einen Döner, der sich aber als sehr mächtig heraus stellt. Nach dem Essen schlendere ich dann schließlich gemütlich durch die schöne Innenstadt. Gut dass ich das ohne Fahrrad mache, die ist nämlich sehr hügelig und es gibt auch einige Treppen.

Ich nutze schließlich noch die dortigen Einkaufsmöglichkeiten, um mich für den Abend zu versorgen. Ich trinke auch noch deutlich mehr als gestern und führe auch mehr Kohlenhydrate zu. Die Mittagspause lasse ich heute auch recht lang werden. Ich fühle mich nach der Pause noch recht fit und werde also noch bis zum Campingplatz in Porta weiter fahren. Ich steuere immer in Wassernähe auf den Weserdurchbruch zu. Nach oben zum Denkmal fahre ich allerdings nicht, dafür fehlt mir als Flachländler die Kraft und der Tag ist ja auch schon etwas älter.

Am Bahnhof von Porta verlasse ich über die dortige Brücke schließlich die Hauptroute. Der Bahnhof hat übrigens auch eine recht interessante Lage direkt am Fels. Die Nebenroute ist da dann aber auch wieder sehr gut ausgeschildert, so dass die Orientierung kein Problem ist. Nach ein paar Kilometern lande ich dann schließlich am direkt am Weg gelegenen Campingplatz. Dieser ist ziemlich modern ausgerüstet und zu ihm gehört auch ein Freizeitbad an einem See. Dementsprechend rennen da auch sehr viele Ausflügler im Eingangsbereich rum. Ich bekomme eine Parzelle zugewiesen in dessen Bereich auch noch ein paar andere Radler sind. Diese liegt in der prallen Sonne und ich komme beim Zeltaufbau doch noch etwas ins Schwitzen. Der Aufbau gelingt aber doch recht Problemlos, vor allem wenn man bedenkt, dass ich das seit 25 Jahren nicht mehr gemacht habe. Ich bemerke dann aber gleich, wie schnell sich so ein Zelt doch in der Sonne aufheizt. Also werden erst mal alle Lüftungsmöglichkeiten geöffnet und ich verziehe mich zum Ausruhen mit meiner Matte auf die gegenüberliegende, völlig leere und im Schatten liegende Parzellenreihe. Ein älteres Pärchen aus den Niederlanden hat sich auch dahin verzogen, aber ein richtiges Gespräch mag nicht aufkommen. Die anderen Radler sind grad nicht da, ich vermute die sind im Schwimmbad (dies wird sich später bestätigen). Ich habe keine Lust zum Schwimmen. Es wird da sicherlich auch extrem voll sein. Ich gehe also Duschen und bekomme beim Betreten des Sanitärgebäudes erst mal einen Hitzeschlag. Dort ist es nochmal deutlich wärmer als draußen (da sind es 35°C). Die Lüftungsanlage hat große Mühe das zu bewältigen, da muss wohl an der Isolierung ganz gut gespart worden sein. Ansonsten ist der Sanitärbereich aber top. Es ist alles ziemlich neu, sehr sauber und es gibt reichlich Dusch- und Waschkabinen. Die Abrechnung erfolgt hier minutengenau elektronisch über eine Karte, die ich bei der Anmeldung bekommen habe. Da ich nicht so übermäßig lange dusche, sind es bei mir am Ende €0,67 dafür. Durch die Hitze habe ich keinen großen Hunger, so dass ich nur eins der zwei gekauften Brötchen runter bekomme. Aber ich habe noch Durst und gucke mich noch nach etwas Kühlem um. Die Gaststätte hat leider am Montag (also heute) Ruhetag und beim Kiosk ist auch keiner zu sehen. Aber über die Rezeption soll man laut Aushang da doch noch einkaufen können. Dummerweise ist da auch gerade keiner. Nach einer Weile Beine in den Bauch stehen taucht dann aber doch noch jemand auf und ich versorge mich mit flüssigen Kohlenhydraten. Die anderen Radler direkt neben mir sind inzwischen auch am Zelt und meines liegt inzwischen im Schatten. Die beiden sind sehr mit kochen und sich selbst beschäftigt. Da kommt dann also auch kein Gespräch auf. Ich lasse den Abend dann also mit lesen und Musik hören ausklingen und verziehe mich als es dunkel ist dann in mein Zelt.

Tagesstrecke: 80 km
Fahrtzeit: 4:15 h
Wetter: sehr heiß, sonnig, Gegenwind
Pannen: 0
Übernachtungskosten: €15,17 (Campingplatz Großer Weserbogen)

vom Atlantik nach Basel – meist über den EV6: Die Rückreise

Tag 21 – 10.09.2014
Mulhouse – Basel
43,4 km, 282 hm

Mein Zug fuhr erst mittags. Ich hatte also reichlich Zeit, für die letzten paar Kilometer nach Basel. Die Strecke ging erst durch ein paar öde Wohnsiedlungen und dann noch ein Stück ganz nett am Kanal lang bis zum Rhein. Allerdings merkte ich an einer Sache ganz schnell, dass ich Deutschland näherkam: Der Radweg war nicht mehr immer geteert, sondern vielfach geschottert. Das hatte ich die ganze Reise noch nicht. Die Kilometer am Rhein bis zur deutschen Grenze waren dann wieder durch recht langweilige Dörfer.

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Über die Europabrücke, eine reine Fußgänger- und Radfahrerbrücke, ging es dann kurz nach Deutschland rein. Dort steht ein Einkaufszentrum direkt auf der Grenze zur Schweiz und ich habe mich in diesem noch mit Proviant für die Rückreise eingedeckt.
Nach weniger als einem Kilometer in Deutschland war ich dann in der Schweiz. Die Routenführung in Basel ist wirklich gut und man merkt, dass Basel eine richtige Fahrradstadt ist. Es sind die gleichen Massen an Radfahrern unterwegs wie zu Hause, aber die Infrastruktur ist viel besser (und die Innenstadt ist auch nicht so verlärmt).

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In Basel habe ich dann natürlich die noch vorhandene Zeit genutzt, um die schöne Innenstadt zu besichtigen.

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Irgendwann musste ich dann aber doch zum Zug. Der Weg zum Badischen Bahnhof stellte sich als einfach und fast autofrei heraus. Zurück ging es dann ohne Umsteigen bis Bremen mit dem Eurocity und dann noch ein kurzes Stück mit der S-Bahn. Unterwegs bekam ich da dann auch noch einiges am Rhein zu sehen. Unter anderem gab es das Mittelrheintal und dort auch etliche Reiseradler direkt neben den Schienen. So eine lange Fahrt ohne Umsteigen ist aber nicht ohne. Zwischendurch bin dann ein paar Mal im Zug hin und her gewandert. Aber immerhin hatte ich bis Osnabrück eine nette Sitznachbarin.

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EC Basel – Bremen
RS Bremen – Oldenburg

Wieder zu Hause angekommen, standen dann knapp 1486 km auf dem Tacho.

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vom Atlantik nach Basel – meist über den EV6: Alsace

Tag 19 – 08.09.2014
L’Isle sur le Doubs – Mulhouse
82,2 km, 450 hm

Auch diesen Tag gab es wenig Kulturelles zu besichtigen. Zwischendurch ging es über fast 30 km nur bergab an vielen vielen Schleusen vorbei. Da konnte ich es schön einen hohen Gang treten, musste aber auf den letzten Kilometern des Gefälles auf die Querstraßen etwas aufpassen. Lieder lies die Landschaft etwas nach, sprich es wurde recht flach rechts und links. Aber am Kanal entlang fuhr es sich gut, man wurde auch fast immer unter den Brücken lang geführt und musste nicht, wie sonst oft üblich, oben über die Querstraße. Irgendwo vor Mulhouse bin ich dann auch mal wieder illegalerweise an einer Sperrung einfach weiter gefahren auf dem Radweg am Kanal. Etwas später wusste ich auch, warum der gesperrt war. Es gab einen Erdrutsch und ein Teil des Weges fehlte. Ich kam aber noch gut dran vorbei.

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Tag 20 – 09.09.2014
Mulhouse – Mulhouse – Mulhouse
10,5 km, 65 hm

Ich war schon fast in Basel, dem Ziel meiner Reise, und hinter Basel wollte ich auch nicht noch ein Stück den Rhein hinauffahren. Also entschied ich mich am vorletzten Tag noch einen Ruhetag einzulegen (die Entscheidung fiel schon am Abend zuvor). Also besichtigte ich tagsüber die Stadt und ruhte mich danach noch etwas aus. Die eigentlich obligatorische Kirchenbesichtigung musste hier allerdings mal ausfallen, da die am Dienstag komischerweise geschlossen ist.

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vom Atlantik nach Basel – meist über den EV6: Franche-Comté

Tag 16 – 05.09.2014
Premeaux-Prissey – Dole
70,5 km, 467 hm

Zunächst ging es noch ein wenig weiter nach Nordosten, in die die Stadt Nuits-St.-George.

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Da ich mich ja um einiges von der Hauptroute des Eurovelo 6 entfernt hatte, ging es danach dann auf einer schon in der Vorplanung frei entworfenen Strecke zurück an den EV6. Hier traf ich dann auf die Saône.

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Dieser folgte ich aber nicht lange. Der EV6 bog dann nämlich an den Rhein-Rhone-Kanal ab.

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Kurz vor meinem Etappenort des Tages stieß ich dann auf den nächsten Fluss, den Doubs. Der Rhein-Rhone-Kanal nutz den Doubs über weite Strecken und kürzt die schlimmsten Schleifen aber ab. In Dole machte ich dann noch eine kurze Stadtbesichtigung und dann ging es wie immer auf den Campingplatz

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Tag 17 – 06.09.2014
Dole – Besançon
80,2 km, 946 hm

Weiter ging es sehr idyllisch entlang von Doubs und Kanal.

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Zwischendurch wechselte ich einmal von der Hauptroute weg auf die andere Seite des Flusses, da ich zur Grotte von Osselle wollte. Dabei stieß ich dann auf eine gesperrte Straße. Es sah aber nicht danach aus, als wenn da Bauarbeiten aktuell gerade durchgeführt werden. Also fuhr ich einfach weiter. Ich sollte recht behalten und es war kein Problem auf der Straße zu fahren, es gab nur ein paar kleine Absätze an Abfräsungen. Unterwegs begegnete ich auch noch ein Pärchen aus den Vereinigten Staaten, welches auf Trikes unterwegs war. Die hatten auch einfach die Straße genommen und wir kamen kurz ins Gespräch. Die Grotte von Osselle erreichte ich noch gerade rechtzeitig für eine Führung (ohne kommt man da nicht rein). Die Tropfsteinhöhle fand ich jetzt aber nicht so interessant.

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Danach ging es dann weiter auf der normalen Routenführung in Richtung Besançon.

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In Besançon folgte ich zuerst der Flussschleife durch das schöne Naherholungsgebiet dort. Am Samstag war es auch recht voll da. Was mir auffiel war, dass in der Gegend sehr viel Sport getrieben wird, Radfahren und Kanusport vor allem. Überhaupt ist mir aufgefallen, dass von West nach Ost das sportliche Radfahren zugenommen hat (und das Sport treiben allgemein) und das Freizeitradfahren abgenommen. Nach einer Runde durch die Innenstadt ging es dann rauf auf die Zitadelle. Das war richtig hart mit zweistelligen Steigungsprozenten auf über einem Kilometer. Gegen Ende wurde es auch immer steiler. Es hat sich aber gelohnt. Die Zitadelle und die Ausstellungen dort sind interessant und die Aussicht ist natürlich super. Nicht ganz so toll ist aber der Zoo da oben, aber bei den beengten Verhältnissen kein Wunder.

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Danach ging es dann zum örtlichen Campingplatz. Um diesen zu erreichen musste ich ein kleines Stück über eine stark befahrene Straße.

Tag 18 – 07.09.2014
Besançon– L’Isle sur le Doubs
63,8 km, 774 hm

Zu diesem Tag gibt es eigentlich gar nicht viel zu berichten, außer dass die Landschaft am Doubs wirklich toll war. Ich liebe es zwischen den Bergen durchzufahren.

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Wegen ungünstig verteilter Campingplätze sollte dieser Tag auch der kürzeste richtige Radeltag werden.

vom Atlantik nach Basel – meist über den EV6: Bourgogne

Tag 13 – 02.09.2014
Decize – Digoin
89 km, 674 hm

Am 13. Tag ging es zunächst ein wenig weg von der Loire entlang des Canal du Nivernais und dann über die Hügel mit einem kleinen Abstecher an die Loire nach Bourbon-Lancy. Die Strecke hierhin war wie eben schon erwähnt sehr hügelig, aber nicht zu schwer und vor allem landschaftlich hübsch. Die Beschilderung im Burgund war bisher auch schon etwas lückenhaft, auf dem Stück vom Canal du Nivernais bis Bourbon-Lancy war sie dann aber extrem schlecht und nur alle paar Kilometer mal vorhanden. Ohne Navi hätte ich ziemlich häufig die Karte bemühen dürfen. Bourbon-Lancy war dann aber sehr schön und ich spazierte natürlich wieder durch den Ort.

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Nach dem Ort ging es dann noch sehr schön durch ein kleines Naherholungsgebiet, wo ich dann auch Mittagspause machte. Ein kleines Stück weiter war ich dann endgültig wieder an der Loire. Meist folgte die Route dem Fluss jetzt aber mit einigem Respektsabstand, teilweise wieder entlang des Seitenkanals.

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Am Ende des Tages landete ich dann am Wasserstraßenkreuz von Digoin. Das ist nicht ganz so beeindruckend wie das von Briare, aber doch ganz schön darüber zu fahren. Viel mehr hat der Ort auch nicht zu bieten.

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Tag 14 – 03.09.2014
Digoin – Montchanin
70,3 km, 388 hm

Heute hieß es dann endgültig au revoir Loire und weiter zu radeln an anderen Flüsse und Kanälen. Zunächst war der Canal du Centre dran. Die Beschilderung war nicht besser, aber es ging ja fast nur am Kanal lang, da kann man sich kaum verfahren. In Paray-le-Monial guckt ich mir dann die beeindruckende Kirche an und auch noch ein wenig den Ort.

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Kurze Zeit danach erreichte ich dann den südlichsten Punkt meiner Tour und ein wenig später auch den tausendsten Kilometer dieser. Der Rest des Tages war relativ langweilig und vor allem gab es einen ständigen, relativ starken Gegenwind, so dass ich mich im nicht allzu sehenswerten Monceau-les-Mines entschied, nicht mehr lange fahren zu wollen. Da der nächste Campingplatz noch weit entfernt war, musste ein günstiges Hotel her. Die Touristeninfo hatte natürlich gerade zu, aber dank mobilem Internet fand ich in ca. 15 km Entfernung ein Formule 1. Gut, dass ich eine Kreditkarte dabei hatte. Denn ohne wäre dort ein einchecken nicht möglich gewesen. Da ich erst nicht wusste, wie genau das mit dem Einchekautomaten läuft, half mir eine von den Reinigungsdamen. Anderes Personal ist da ja abends nicht da. Im Zimmer wollte ich dann abends lieber nicht den Gaskocher anschmeißen, also ging ich zu einer nahe gelegenen Tankstelle dafür. Das Essen war sogar gar nicht mal schlecht.

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Tag 15 – 04.09.2014
Montchanin – Premeaux-Prissey
69,6 km, 475 hm

Am nächsten Tag ging es dann zunächst eine Weile weiter am Canal du Centre lang. Weiterhin nicht übermäßig spannend, aber gut zu fahren. Ab Santenay hatte ich dann aber wieder eine größere Abweichung geplant. Es sollte über die Voie des Vignes ins Weinanbaugebiet der großen Burgundischen Weine gehen.

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Die Strecke durch die Weinberge war wirklich wunderschön. Die Strecke ist natürlich ein wenig hügelig, aber nichts, was man nicht bewältigen kann. Unterwegs gab es auch einige schöne Weindörfer, wie z. B. Meursault.

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Aber nicht nur wegen der Weinberge hat sich der längere Ausflug gelohnt. Es ging auch noch nach Beaune. Doch leider endeten direkt an der Stadtgrenze die Routenbeschilderungen und Radverkehrsanlagen gab es auch keine. Es hieß also mitten durch den Verkehr radeln und gleichzeitig den Weg ins Zentrum zu finden. Das lohnt sich aber. Die Stadt ist schön und hat als besonderes Highlight das Hôtel Dieu zu bieten, dessen Besichtigung sich sehr gelohnt hat. Eine Weinprobe habe ich übrigens auch hier nirgendwo mitgemacht.

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Zum Campingplatz ging es dann noch ein wenig weiter. Als ich aus dem Ort raus kam gab es dann auch plötzlich wieder eine Radroutenbeschilderung.